Fragt man Anleger, die nicht oder noch nicht auf dem Gebiet der derivativen Finanzinstrumente aktiv sind, wie es bei erhofften Gewinnen um das Thema Besteuerung steht, sind oft große Augen und Schulterzucken, nicht aber eindeutige Antworten die Folge. Ein Problem, das seinen Ursprung in vielen Fällen darin hat, dass Händler von Differenzkontrakten (CFDs), Devisen und Binären Optionen zu Beginn eher der Meinung sind, es handle sich bei den realisierten Gewinnen eher um Glücksspielerfolge als um Erträge aus Spekulationsgeschäften. Ganz gleich, wie die persönliche Einschätzung auch aussehen mag: Eine Steuerpflicht, so viel kann schon früh in der Analyse gesagt werden, besteht immer. Ob Händler binärer Optionen nun tatsächlich Steuern zahlen müssen, hängt erst einmal vom Erfolg oder Misserfolg ab. Denn der Gesetzgeber hält nicht in jedem Fall die Hand auf. Sondern logischerweise einzig und allein, wenn Trader überhaupt Gewinne verbuchen.

Wie gehen Broker und der Fiskus mit Gewinne aus dem Handel um?

Welche Gewinnchancen Binäre Optionen Broker ihren Kunden bieten, soll an dieser Stelle keine Rolle spielen, gleiches gilt für Leistungen wie Demokonten oder die drohenden Gebühren, die in Verbindung mit dem Binärhandel auftreten. Dabei sind es gerade die Kosten beim aktiven wie passiven Handel (Stichwort: Inaktivitätsgebühren), die sich nach Abzug der Entgelte auf die steuerpflichtige Rendite auswirken und somit über die Höhe der Belastungen mit entscheiden.

Seit wann gilt die Binäre Optionen Abgeltungssteuer genau?

Eine wichtige Frage, die viele Händler ohne Vorerfahrungen stellen: Wirken sich die Standorte der Broker und eine staatliche Regulierung auf die Besteuerung aus?

Hintergrund der Frage ist selbstredend die Überlegung, dass Kunden ausländischer Dienstleister vielleicht keine Steuern zahlen müssen. Faktisch ist diese Einschätzung der Sachlage indes nicht. Entscheidend ist schließlich nicht die Heimat des Brokers, sondern die der Kunden. Dass die AGB der Anbieter oft leider nicht in ausreichender Form auf die steuerlichen Pflichten ihrer Trader hinweisen, mag man kritisieren. Jedoch sind Kunden letztlich dazu verpflichtet, sich selbst über die vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Regeln zu informieren. Die hier geltende Grundlage ist seit 01.01.2009 die sogenannte Abgeltungssteuer, die Binäre Optionen Gewinne wie die Erträge aus allen anderen Zins- und Kapitalgeschäften betrifft. Sie bezieht sich auf alle Gewinne, die private Anleger realisieren. Vor dem genannten Stichtag waren die Renditen über den jeweiligen persönlichen Steuersatz steuerpflichtig.

Die Folge der neuen Steuerregelung: Mancher Kleinanleger mit eher geringem Einkommen zahlte nach der systemischen Umstellung plötzlich höhere Steuern auf Gewinne, während Großverdiener zum Teil weniger Steuern als zuvor zahlen mussten, was viele Kritiker seit der Einführung der Abgeltungssteuer bemängelt haben und weiterhin gebetsmühlenartig zum Anlass für kritische Äußerungen nehmen.

Wer aus Deutschland spekuliert und gewinnt, zahlt immer Abgeltungssteuer

Die Einordnung als Kapitalanlage sorgt dafür, dass Binärhandelsgewinne als moderne derivative Finanzprodukte nicht nur in Deutschland, sondern im gleichen Maße in der Alpenrepublik Österreich sowie in der Schweiz versteuert werden müssen. Dabei muss darauf hingewiesen werden, dass Überträge ins folgende Steuerjahr denkbar sind und Verluste im Rahmen der eigenen Anlagegattung mit Gewinnen an anderer Stelle verrechnet werden können. Nochmals sei erwähnt, dass Kunden selbst die nötigen Informationen einholen und alle Schritte in die Wege leiten müssen, um ihren Pflichten gerecht zu werden. Im nächsten Abschnitt zeigt sich, dass es diesbezüglich dann doch wichtig ist, wo genau Binäre Optionen Broker ihren Unternehmens-Hauptsitz haben.

Unterscheidung zwischen deutschen Brokern und Auslands-Anbietern

Der juristische Blick auf Gewinne aus dem Trading binärer Optionen war lange Zeit nicht ganz eindeutig. So galt zum Beispiel in Malta, der Heimat etlicher Binaries-Broker einige Zeit die Auffassung, bei den Erträgen handele es sich eher um das Ergebnis von Glücksspiel-Transaktionen. Entsprechend fiel der Steuersatz geringer aus. Mittlerweile jedoch ist man sich innerhalb der Europäischen Union einig: Gewinne auf Binäre Optionen fallen in den Bereich der Abgeltungssteuer oder der Kapitalertragssteuer, denn dieser Terminus findet ebenfalls häufig Verwendung im Zusammenhang mit der Binäre Optionen Abgeltungssteuer.

Standort des Brokers unerheblich für das Steuerpflicht deutscher Händler

Das große Aber: Einfluss hat der Sitz des Unternehmens, über deren Binäre Optionen Plattform getradet wird, auf die Vorgehensweise bei der Steueranmeldung. So sind deutsche Finanzdienstleister in der Pflicht, den Finanzbehörden Meldungen zu steuerpflichtigen Erträgen ihrer Kunden zu machen – vorausgesetzt, es handelt es sich um deutsche Kunden, denn nichts spricht an sich dagegen, dass ausländische Kunden deutsche Broker zum Partner für den Handel machen wie andersherum deutsche Anleger oft und gerne jenseits der Landesgrenzen Ausschau nach günstigen Binaries-Brokern halten, um die laufenden Kosten zu senken oder in den Genuss eines besonders üppigen (Neukunden-) Bonus zu kommen.

Auslands-Broker sind von der Meldepflicht generell entbunden

Wer sich in der Tat für einen Broker mit Sitz in einem anderen Land entscheidet, trägt die Verantwortung für die Gewinnmeldung ganz allein. Wobei: Mittels Freistellungsaufträgen können auch deutsche Kunden die Meldepflicht der Banken und Finanzdienstleister aus Deutschland aushebeln, um selbst aktiv zu werden und die Anmeldung zu übernehmen. Ansonsten machen Banken und Broker nicht nur Meldung. Sie führen die Steuern auch direkt und anonym für Kunden ans Finanzamt ab, die abgeführten Gelder müssen so nicht mehr eigens in der Steuererklärung aufgelistet werden. Dort sollten sie nur auftauchen, wenn Anleger ihre Einkünfte steuerlich geltend machen möchten.

Broker stellen generell in beiden Fällen Bescheinigungen zur Verfügung, als Nachweise der Umsätze dienen die Auszüge zum genutzten Handelskonto einerseits und die Kontounterlagen des Referenzkontos aus der anderen Seite. Dass bei Konten im Ausland selbst Meldung gemacht werden muss, lässt sich vorrangig durch die komplizierten Vorgänge begründen, die bei grenzübergreifender Quellensteuer-Abführung durch Inlands-Banken bezüglich der Gewinne von Handelskonten im Ausland zu erwarten wären. Dieser Problematik begegnete der Fiskus, indem eine Regelung in Kraft trat, laut der Broker keine Steuerabfuhr für Kunden aus Deutschland vornehmen müssen.

Gesetzgeber legt eindeutige Freibeträge für Binärhändler fest

Als Produkte derivativer Natur nehmen Binäre Optionen vielleicht für Anleger eine gewisse Sonderstellung ein. Vor dem Fiskus hingegen gelten dieselben Bedingungen und Regelungen wie bei allen anderen Kapitalerträgen. Dies betrifft insbesondere den sogenannten Sparer-Pauschbetrag, über den Händler wenigstens einen gewissen Freiraum erhalten beim Spekulieren. Pro Jahr dürfen Singles – wohlgemerkt bei allen Kapitalgeschäften zusammen – einen Gewinn von 801 Euro erreichen, ohne dass sie Steuern zahlen müssen. Für gemeinsam veranlagte Paare verdoppelt sich der Betrag der Logik folgend auf 1.602 Euro.

Freibeträge sind bei regelmäßigem Trading schnell verbraucht

Wer einmal das richtige Gespür für den Handel mit Binären Optionen oder etwas mehr Glück beim Trading hatte, weiß, wie rasch die Obergrenzen für die Steuerfreiheit im Einzelfall erreicht sind. Nichtsdestotrotz ist auf diese Weise immerhin ein Teil der jährlichen Gewinne von der Steuer ausgenommen. Wie der Sparer-Pauschbetrag ver- bzw. aufgeteilt wird, ist dem Finanzamt an sich ziemlich egal. So kann ein Steuerzahler also zum Beispiel die Hälfte des Steuerfreibetrags für Erträge aus dem Binäre Optionen-Konto einsetzen, um die anderen 50 Prozent für klassische Sparanlagen wie Tages- oder Festgeldkonten bei der Hausbank zu nutzen. Für deutsche Dienstleister gilt: Meldungen zu verbrauchten Teilen der Freibeträge werden innerhalb der Bankenbranche ausgetauscht. So wird verhindert, dass Sparer die behördliche Meldung vergessen oder – auch dies ist theoretisch denkbar – bewusst Gewinne verschweigen.

Vor einem Betrugsversuch warnen Brancheninsider und Steuerexperten gleichermaßen: Wer dem Amt gewisse Gewinne nicht mitteilt, zahlt für ein solches Verhalten schnell über Bußgelder einen hohen Preis. Dies rechnet sich unterm Strich einfach nicht bei der Binäre Optionen Abgeltungssteuer. Zumal bei wiederholten Versuchen sogar Vorstrafen drohen.

Wie hoch genau fällt die Abgeltungssteuer auf Binäre Optionen aus?

Die unmissverständliche Information zur Binäre Optionen Abgeltungssteuer lautet an dieser Stelle: 25 Prozent der Kapitaleinkünfte möchte der Finanzminister von steuerpflichtigen Anlegern in Deutschland haben. Diese 25 Prozent aber sind wie so oft nur ein Teil der Wahrheit. Denn wie bei der normalen Einkommenssteuer wird auch der Solidaritätszuschlag fällt. Er liegt aktuell bei 5,5 Prozent der Kapitalertragssteuer (bzw. in diesem Fall der Abgeltungssteuer). Darüber hinaus müssen Steuerzahler in den allermeisten Fällen die Kirchensteuer abführen. Diese liegt je nach
Wohnort/Bundesland bei 8,00 Prozent (im Freistaat Bayern und Baden-Württemberg) bzw. bei 9,00 Prozent in den anderen Bundesländern Deutschlands.

Insgesamt kommen Konfessions-Mitglieder (dazu gehören übrigens hierzulande nicht nur katholische oder protestantische Christen) mit der Binäre Optionen Abgeltungssteuer, der Kirchensteuer und dem "Soli" so auf knapp unter 28 Prozent, die als Steuern auf Kapitalerträge ans Finanzamt abgeführt werden müssen.

Hilfe von Steuerberatern und Broker-Mitarbeitern nutzen

Sieht man sich an, dass manche Broker auf ihren Webseiten unterschiedliche Standorte nennen, weshalb nicht immer klar ist, welche Vorgehensweise die Steuer betreffend gilt, lohnt es sich generell, den Kontakt zum Support des Anbieters aufzunehmen. Zunächst ist natürlich der Blick in die AGB angeraten, da dort in aller Regel bereits die nötigen Informationen formuliert werden. Wenn sprichwörtlich alle Stricke reißen, weiß allemal ein Steuerberater Rat, der sich mit dem Thema umfassend auskennt. Da es um die Steuern geht, machen sich die Ausgaben für den Experten spätestens aber einer gewissen Rendite-Höhe allemal bezahlt.

Anleger, die die Steuererklärung sowieso in die erfahrenen Hände eines Profis legen, sind bzgl. der Rechtslage zur Binäre Optionen Abgeltungssteuer ohnehin auf der sicheren Seite. Dort erfahren sie auch, dass alle realisierten Kapitalerträge im Zuge der Steuererklärung in der sogenannten Anlage "KAP" zu nennen sind. Diese Anlage zur Steuererklärung ist, dieser Tatsache müssen sich Händler bewusst sein, nicht nur im Hinblick auf Gewinne wichtig. Auch wenn entstandene Verluste geltend gemacht werden sollen, um auf diesem Wege schon abgeführte Steuern erstatten zu lassen, braucht es genaue Nachweise in der Einkommenssteuererklärung. Denn selbstredend verlangt die Behörde Erklärungen für Forderungen zu Rückzahlungen von Seiten des Steuerzahlers.

Auch Verluste aus dem Binaries-Trading können geltend gemacht werden

Unbedingt zur Kenntnis nehmen müssen Anleger: Wird bei einer bestimmten Kapitalanlage ein Verlust realisiert, so bedeutet dies, dass eine Verrechnung auch ausschließlich mit Gewinnen aus diesem Anlagefeld zulässig ist. Einen Gewinn aus dem Bereich Tagesgeld oder aus dem Umfeld des Aktienhandels können Anleger per Gesetz (hier greift § 10d, 20 EStG) nicht durch Binärhandelsverluste ausgleichen. So erlaubt der Gesetzgeber nur das Aufrechnen gleichgelagerter positiver wie negativer Anlageresultate.

Das rückwirkende Anrechnen von Verlusten gelingt im Normalfall nicht, sofern die Verluste nicht aus Anlagen stammen, die aus der Zeit vor dem Jahr 2009 stammen. Denn hier gibt es Ausnahmeregelungen, zu denen sich ebenfalls die Beratung durch einen Steuerprofi empfiehlt. Wissenswert: Werden Verluste über Binäre Optionen Abgeltungssteuer geltend gemacht, kommt es die Salden betreffend ebenfalls zum Abzug der Steuer in Höhe von 25 Prozent.

Der Steuer-Vortrag kann wie folgt aussehen:

Händler X hat im aktuellen Jahr zunächst einen Gewinn von 5.000 Euro realisiert, diesem Gewinn gegenüber steht ein Verlust von 6.000 Euro. Für das folgende Steuerjahr können sich Steuerzahler damit einen Verlustvortrag in Höhe von 1.000 Euro vermerken lassen. Im besagten Jahr entsteht nun ein die Verluste um 1.000 Euro übertreffendes Plus. Dieses hebt sich mit dem Vortrag auf, sodass keine Binäre Optionen Abgeltungssteuer erhoben wird auf die Kapitalerträge. Andernfalls – bei höheren Gewinnen – reduziert sich der steuerpflichtige Umsatz um den anerkannten Vortrag.

Fazit zum Thema Binäre Optionen Abgeltungssteuer

Die wichtigen Fakten rund um die Binäre Optionen Abgeltungssteuer sind damit in ausreichender Weise erläutert. Wichtig ist damit nur noch, dass alle genannten Punkte zur Kenntnis genommen werden. Letzten Endes in eigener Sache, da ein Fehlverhalten zu unschönen Folgen und im Ernstfall Strafzahlungen führen kann. Zwar werden Behörden die volle Strenge des Gesetzes nur ausschöpfen, wenn im Rahmen von Prüfungen sehr hohe Steuerschulden im Zusammenhang mit dem Binaries-Handel erkennbar werden. Unangenehm aber sind Auseinandersetzungen mit dem Finanzamt bei falschen Angaben so oder so. Derlei Probleme können sich Trader ersparen, wenn sie sich an ausnahmslos alle Vorgaben halten, die ihnen auch erfahrene Mitarbeiter des Broker-Kundendienstes (meist auf Nachfragen) zumindest dem Grundsatz nach erläutern können.

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