Nichts im Leben ist ohne Risiko – dieser Spruch klingt zwar ebenso plakativ wie abgedroschen, hat aber gerade im Falle des Handels von bzw. mit Binäroptionen zum Leidwesen manches Traders absolute Berechtigung.

Hinweise auf die angeblich dramatischen Gefahren im Zusammenhang mit dem neuen Trend "Binary Trading" findet man bei einer Suchmaschinenanfrage der Form "Wie sicher sind binäre Optionen?" oder "Wie seriös sind binäre Optionen?" in vermeintlichen Fachportalen in großer Anzahl.

So warnten viele Experten noch vor wenigen Jahren davor, dass sich angeblich viele unseriöse Anbieter am Markt eingefunden haben, die offensichtlich eher die eigenen Umsätze als die Interessen der Kunden im Blick haben. Die anfänglich teils übertriebenen Warnungen vor dem Binäre Optionen Risiko aber sind inzwischen aufgrund der Entwicklungen innerhalb der Branche zunehmend verklungen.

Dass diese Meldungen und Hiobsbotschaften binnen weniger Jahre deutlich seltener geworden sind, hat eine einfache Ursache. Digitale Optionen sind und bleiben zwar auch weiterhin hochspekulative Instrumente des Finanzmarktes, stehen dabei aber nicht mehr im Ruf ein reines Wettgeschäft oder Glücksspiel zu sein.

Einen wichtigen Beitrag haben hier auch die Gesetzgeber geleistet, indem sie – in Deutschland beispielsweise über die Abgeltungssteuer – den Binärhandel als Finanzgeschäft anerkannt haben. Staatliche Regulierungen durch Aufsichtsbehörden waren ebenfalls wichtig, damit das Binäre Optionen Risiko nicht mehr in die Grauzone des mutmaßlich illegalen Spekulierens gerückt wird.

Grundsätzlich soll bereits an dieser Stelle klar gesagt werden, dass die Möglichkeit zu sehr attraktiven Renditen auch mit entsprechend höheren Risiken einhergeht als dies beispielsweise bei einer Anlage auf einem Fest- oder Tagesgeldkonto der Fall ist. Wer sich für das Binäroptionen Trading entscheidet, hat meist Gewinne im mittleren dreistelligen Prozentbereich vor Augen (oder zumindest hohe zweistellige Prozentwerte), der Rückschluss auf ein relativ hohes Verlustrisiko für das eingesetzte Kapital ist notwendig und folgerichtig.

Doch welche Risiken bestehen beim Binäre Optionen Handel nun eigentlich genau und welche Möglichkeiten hat der Trader diese zu beeinflussen bzw. zu begrenzen? Mit dieser Frage möchten wir uns im Rahmen dieses Beitrags etwas genauer auseinandersetzen.

Binäre Optionen - Woher kommt das Geld?

Wo kommt das Geld her? Diese Frage mag für den erfahrenen Leser vielleicht etwas naiv klingen, für Neueinsteiger ist die Beantwortung aber keineswegs selbstverständlich.

Binäre Optionen sind grundsätzlich sog. derivative Finanzprodukte. Dies bedeutet, dass der Trader einen bestimmten Basiswert nicht tatsächlich besitzt, sondern lediglich auf dessen Entwicklung spekuliert. Diese Spekulation wird möglich gemacht über einen spezialisierten Online Broker welcher in der Regel das notwendige Gegengeschäft zum Kunden einnimmt (ausführliche Infos hierzu weiter unten).

Insofern lässt sich die Frage wo das Geld her kommt durch die dargestellte Kombination aus einem durch einen Broker geschaffenen künstlichen Finanzprodukt und einem Kunden der auf dessen Entwicklung spekuliert kompakt zusammenfassen.

Die Bezeichnung "binär" ist übrigens der Mathematik entlehnt: Entweder tritt ein Ereignis wie erwartet ein, oder nicht - 0 oder 1. Im Falle von Digitaloptionen bedeutet dies, dass zum Laufzeitende im Prinzip nur zwei Szenarien möglich sind: Eine Option endet im oder aus dem Geld.

Dass innovative Handelsarten wie Touch Optionen auch Ereignisse während der Laufzeit berücksichtigen, ändert an dieser Tatsache grundsätzlich nichts. Schließlich ist es letztlich egal, ob der Gewinn oder Verlust während der Laufzeit oder zum Verfallszeitpunkt entsteht.

Trader wetten letzten Endes auf Kursentwicklungen, weshalb die Parallelen zum Glücksspiel nicht gänzlich von der Hand zu weisen sind. Tatsächlich aber können vorbereitete, erfahrene Trader das Risiko deutlich eingrenzen und bei normalen Call- und Put-Optionen oft bis zu 80 Prozent (teils noch etwas mehr) Renditen realisieren.

Risikoreiches Finanzinstrument mit hohen Renditemöglichkeiten

Wer sich als Kunde nicht mit den durchschnittlich 60 bis 80 Prozent Rendite bei Call- und Put-Optionen zufriedengeben möchte muss eine erhöhte Risikobereitschaft mitbringen. Diese Bereitschaft kann dem Händler gerade bei High-Yield-Trades im Bereich des Wochenendhandels (also von Freitag bis zum Beginn der folgenden Handelswoche) auf den Einsatz bezogen Gewinne von einigen hundert Prozent einbringen. Das Risiko steigt im Vergleich zur einsteigerfreundlichen Hoch-Tief-Variante entsprechend.

Positiv fällt beim Binäre Optionen Risiko auf, dass Broker-Kunden in wirklich jedem Moment wissen, was ihnen "droht". Gemeint ist: Händler kennen zu Beginn der Laufzeit den möglichen Gewinn und Verlust der Option XY. Nachträglich höhere Verluste können nicht entstehen, was der speziellen Ausrichtung dieser derivativen Instrumente des Finanzmarktes zu verdanken ist.

Anfänger müssen vielfach erst einmal Lehrgeld zahlen

Hohe Gewinne, die Händler überraschen, sind tatsächlich nicht gänzlich ausgeschlossen. Jedoch sollten Trader darauf gefasst sein, gerade zu Beginn ihrer Bemühungen im Bereich des Binärhandels Verluste zu realisieren. Zumal solche Situationen eben nicht bedeuten, dass sich das Minus auf dem Handelskonto auch in Zukunft fortsetzen wird. Wie so oft lernt man auch als Binaries-Trader gerade aus schlechten Erfahrungen. So sind vor allem Verluste eine gute Gelegenheit, vermeintlich falsche Entscheidungen zu analysieren und daraus andere, mehr oder weniger geeignete Orders abzuleiten.

Außerdem muss gesagt werden, dass auch echte Profis hin und wieder Verluste hinnehmen müssen. Anfängern hingegen fällt der Umstieg vom Demo- zum Real-Trading in vielen Fällen schwerer als gedacht. In jedem Falle gibt es nur wenige Sparten des Finanzmarktes, wo ein Minus auf dem Konto so deutlich begrenzt werden kann. Dies vor allem vor dem Hintergrund des geringen Mindesteinsatzes im teilweise nur einstelligen Eurobereich.

In diesem Zusammenhang sei nochmals hervorgehoben, dass eine Gefahr nachträglicher Verluste beim Binärhandel nicht besteht. Im Gegensatz hierzu kann bei derivativen Finanzprodukten wie CFDs oder Futures durch die Nachschusspflicht beim Handel mit Hebelwirkung auch ein Verlust über den Einsatz hinaus entstehen.

Eine derartige Nachschusspflicht ist beim Binärhandel ausgeschlossen. Von Anfang an kennen Trader den erreichbaren Gewinn pro Option sowie auch den Verlust – nämlich den jeweiligen Einsatz, den sie unter Berücksichtigung des Mindesteinsatzes und der erforderlichen Mindesteinlage für die Eröffnung eines Handelskontos in die Waagschale werfen möchten.

Nochmals sei betont: Der Binäre Optionen Handel ist nie ohne Risiko. Diesem Risiko sind jedoch auch die enormen Chancen als wichtiger Pluspunkt gegenüberzustellen!

Wie verdienen Binäre Optionen Broker Geld?

"Binäre Optionen - Was verdient der Broker?" – diese Frage beschäftigt interessanterweise Neueinsteiger wie erfahrene Trader. Da bezüglich der Handelsmodelle der Binary Broker derart große Unklarheit besteht möchten wir an dieser Stelle etwas näher auf dieses Thema eingehen.

Stellt man die Frage nach den Risiken, welche beim Binäre Optionen Handel bestehen, muss davon gesprochen werden, dass es an jedem Markt generell Gewinner und Verlierer geben muss. Situationen, in denen sowohl Broker (die wie im Falle der Market Maker oft selbst für die Kursstellung verantwortlich zeichnen) und Trader Gewinne erreichen, sind praktisch ausgeschlossen.

Die Tatsache, dass Gewinne eines Händlers die Verluste anderer sind, bringt das Binäre Optionen Risiko an sich recht treffsicher auf den Punkt. Als Wettgeschäfte mit Bezug zum Finanzmarkt haben Trader keine direkten Ansprüche dem Anbieter der Produkte gegenüber. Broker-Kunden finanzieren sich im Grunde gegenseitig.

So funktioniert der Handel aus Sicht des Brokers

Aus Sicht des Brokers sieht die ideale Situation bei klassischen Call-Put-Optionen so aus, dass die eine Hälfte der Kunden auf steigende Kurse setzt und die andere Hälfte auf fallende Kurse. Das Handelsrisiko ist für den Broker somit ausgeglichen da er immer den Unterschied zwischen 100 Prozent und an den Trader ausgeschütteter Rendite (meist zwischen 70 und 80 Prozent) als Gewinn verbuchen kann.

Für den Fall, dass die große Mehrheit von Händlern dieselben Entscheidungen beim Trading getroffen haben sollte, indem sie auf steigende oder sinkende Kurse spekulieren, muss der jeweilige Broker für den Ausgleich der Verluste haften. Immer vorausgesetzt, dass die Trader-Community mit ihrer Auswahl richtig gelegen hat.

Abgefangen werden solche Szenarien von Broker-Seite in vielen Fällen zunächst dadurch, dass die Quoten für den Gewinnfall reduziert werden. Auf der anderen Seite sichern sich viele Broker durch eigene Aktivitäten an Börsen und außerbörslichen Handelsplätzen ab. Dies geschieht, indem die Dienstleister sozusagen Gegengeschäfte zu den Positionen ihrer Kunden ausführen. Im Einzelfall sieht dies so aus, dass Broker auf sinkende Kurse von Basiswerten wetten, wenn ihre Kunden mehrheitlich von einem Anstieg des betreffenden Basiswert-Kurses ausgehen.

Auch können einzelne Basiswerte zumindest zeitweise aus den Handelsplattformen herausgenommen werden, wenn Kunden in diesem Bereich zwischenzeitlich zu hohe Gewinne realisiert haben und somit der Broker seinerseits überdurchschnittlich hohe Kosten hinnehmen musste.

Bei der Analyse der Risiken sollten Händler dieser Fakten wegen auch die Arbeitsweise der möglichen Broker berücksichtigen. Dies insbesondere auch deshalb, weil mancher Broker generell als Gegenpart zur eigenen Kundschaft auftritt und in Eigenregie die Kursstellung für die handelbaren Basiswerte übernimmt. Dies geschieht – wenigstens rein theoretisch – bei Market Makern und ähnlichen Broker-Arten durchaus eher im eigenen Interesse als zugunsten der Trader.

Wer sich mit dem Forex Markt beschäftigt konnte während der letzten Jahre feststellen, dass immer mehr Broker ihren Kunden einen tatsächlichen Marktzugang bieten (ECN- und STP-Anbieter) und das Market Maker Modell zunehmend an Bedeutung verliert. Binary Trader müssen jedoch mit den dargestellten Nachteilen dieses Modells leben da mittelfristig eine Trendwende wie im Forex Bereich erkennbar nicht absehbar ist.

Binäre Optionen Risiko – welche Faktoren spielen wirklich eine Rolle?

Digitale Optionen, wie Binäre Optionen auch genannt werden, finden bei privaten Anlegern weltweit zunehmend Anklang, gerade weil klassische Geldanlagen heute nur noch wenig bis gar nicht rentabel sind.

Welche Risiken beim Binäre Optionen Handel bestehen, haben Trader gerade durch die Auswahl eines Brokers zu einem guten Teil selbst in der Hand – auch wenn es sich bei Binären Optionen grundsätzlich um ein hochspekulatives Produkt handelt.

Frühzeitig gilt es zudem sich als zukünftige/r Händler/in mit den beiden unerlässlichen Themen Risikomanagement und Money- oder Kapitalmanagement zu beschäftigen.

Weitere wichtige Faktoren sind in der Auswahl der Handelsarten, Laufzeiten und Basiswerte zu sehen. Je höher die angepriesene Gewinnspanne, desto eher sollten sich Anfänger darauf gefasst machen, dass ihre Optionen aus dem Geld enden. Ein Beispiel sind hier die High-Yield-Optionen, bei denen mancher Broker mit 500 Prozent Rendite oder noch mehr um Kunden wirbt.

Kurz und knapp lässt sich an dieser Stelle bereits folgendes auf den Punkt bringen: Niemand außer dem Trader selbst definiert durch die Einsatz-Höhe und die gehandelten Basiswerte und Verfallszeiten den maximalen Verlust!

Regulierung des Brokers

Der Binäre Optionen Broker Vergleich ist ein wichtiger Faktor im Zusammenhang mit der Bewertung des Handelsrisikos. Zu unterscheiden ist hier zwischen staatlich regulierten Brokern auf der einen und Anbietern ohne eine staatliche Regulierung/Lizenzierung auf der anderen Seite.

Seriöse Broker beantragen mittlerweile nahezu zeitgleich zur Markteinführung ihrer Handelsplattformen eine solche Regulierung, um sich im Wettbewerb mit der Konkurrenz besser aufzustellen und auf diese Weise für einen möglichst großen Zustrom neuer Kunden zu sorgen.

Auch wenn in den allermeisten Ländern jeder Finanzdienstleister, der in den Handel binärer Optionen einsteigen möchte, eine Lizenz für den Marktstart benötigt: Lizenzen und Regulierungsnachweise durch staatliche Finanzaufsichten sind in vielen Fällen nicht unmittelbar vergleichbar.

Einige Aufsichtsbehörden haben einen besonders guten Ruf

Existiert eine solche Regulierung – etwa durch die deutsche Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) oder die britische Financial Conduct Authority (FCA), ist dies allgemein ein wichtiger Hinweis für die Seriosität der Broker. Auch die US-amerikanische SEC sowie Zyperns CYSEC genießen einen (im letzteren Fall noch nicht allzu lange) guten bis sehr guten Ruf als Regulierungsbehörden, die ihre Kontrollaufgaben im Sinne der Verbraucher und Anleger ernst nehmen.

Regelmäßige Nachweise zur Geschäftspraxis und zur Einhaltung der vertraglich zugesicherten Konditionen sind hier üblich, sodass Broker-Kunden sicher sein können, dass die Plattformen den Kundenansprüchen wie erhofft gerecht werden. Angesichts der großen Auswahl neuer Broker am Markt ist es für Kunden durchaus sinnvoll, regelmäßig die aktuellen Partnerschaften zu prüfen. Eventuell lohnt sich ein Anbieterwechsel, um den eigenen Handelsradius zu idealerweise noch besseren Konditionen zu erweitern.

Werden Kurse von bekannten Nachrichtenagenturen wie Reuters bezogen, spricht dies für die Transparenz der Anbieter im Sinne der Kunden. Können Broker eine staatliche Regulierung vorweisen, ist auch dies ein Hinweis auf ein objektiv kalkulierbares Handelsrisiko.

Gesichert muss letztlich vor allem eines sein: Erzielen Trader Gewinne, muss der Broker diese auch auszahlen können. Für den möglichen "worst case" einer Insolvenz sollten die Einlagen der Kunden grundsätzlich getrennt vom Unternehmenskapital aufbewahrt werden. In aller Regel geschieht dies heute bei seriösen Anbietern tatsächlich auf Konten bei Partnerbanken.

Auswahl der Basiswerte, Handelsarten und Laufzeiten

Welche Risiken beim Binäre Optionen Handel bestehen, entscheiden Trader in weiten Teilen selbst. Denn sie treffen die Entscheidungen für oder gegen bestimmte Basiswerte, Laufzeiten und Handelsarten.

Eine der wichtigsten Regeln beim Binäre Optionen Risiko lautet: Wer extrem hohe Gewinne anstrebt, muss bereit sein, auch sehr hohe Verluste hinzunehmen!

Klassische Binäroptionen bieten durchaus gute Chancen obwohl sie auf den ersten Blick weniger attraktiv erscheinen mögen als beispielsweise die Touch-/No-Touch Variante. Call- und Put-Optionen als Quasi-Standard der Branche sind insbesondere für Einsteiger aufgrund ihrer einfachen Nachvollziehbarkeit zu empfehlen. Wer als Händler mehr mit Binären Optionen verdienen möchten, muss in jedem Fall auch bereits sein das hiermit einhergehende Risiko zu tragen.

Zum Thema Verlustabsicherung sei erwähnt: Nur wenige Binäre Optionen Broker erlauben einen solchen Schritt. Ist dieses Feature tatsächlich Teil des Geschäftsmodells, so wird die zurückgezahlte Summe im Regelfall 5 bis 20 Prozent betragen und niemals dem anfänglichen Einsatz entsprechen.

Welche Möglichkeiten einer Minimierung der Handelsrisiken gibt es?

Ein grundsätzliches Risiko beim binären Handel gibt es immer. Daran ändern auch die Funktionen zur Reduzierung der Gefahren nur bedingt etwas. Der Begriff "hochspekulativ" taucht nicht ohne Grund bei allen seriösen Brokern direkt auf der Startseite der Internetpräsenzen auf, wenn es um Risikowarnungen geht.

Die "richtig" hohen Gewinne aber sind nur erreichbar, wenn die Risikobereitschaft entsprechend groß ist. Möglichkeiten, das Handelsrisiko zu minimieren – auch auf Kosten einer etwas geringeren Rendite – gibt es hingegen reichlich. Im Folgenden möchten wir Ihnen einige Ansätze vorstellen welche Ihnen dabei helfen werden das Risiko in vernünftigen Grenzen zu halten.

Orderzusätze nutzen sofern verfügbar

Unter Orderzusätzen versteht man mögliche Extras zur Begrenzung der Risiken wie "Take Profit", "Stop Loss", "Roll Over" und "Early Closure".

Bei Punkt 1 und 2 geht es darum, dass Händler Kursmarken zu ihren gehandelten Optionen einrichten, zu denen Broker auf den Plattformen automatisiert Positionen schließen. Hier geht es entweder um die Absicherung des entstandenen Gewinns, der mindestens erreicht werden soll, oder um die Begrenzung des Verlusts, den Händler mit einer Position maximal hinzunehmen möchten.

Als "Roll Over" wird ein Orderzusatz bezeichnet, der es Tradern möglich macht, den Verfallszeitpunkt von Positionen während der Laufzeit nach hinten zu verschieben. Je nach Anbieter steht dem Kunden mehr oder weniger zeitlicher Spielraum zur Verfügung. Diese Funktion kann im Einzelfall auch mit dem Ziel einer Gewinnmitnahme Verwendung finden.

Auch mittels "Early Closure" können Verluste reduziert oder Gewinne mitgenommen werden. Die Funktion erlaubt Händlern, vor dem eigentlichen planmäßigen Ende der Laufzeit einer digitalen Option eine Schließung vorzunehmen.

Einstieg mit einem Demokonto in jedem Falle empfehlenswert

Was die Möglichkeiten zur technischen Risikominimierung angeht, seien Anfängern vor allem Broker empfohlen, die den Einsatz eines kostenlosen Demokontos zulassen. So kann die gesamte Palette der Basiswerte, Handelsarten und der mehr oder weniger zahlreichen Extras ohne ein Verlustrisiko getestet werden.

Wichtig ist hierbei, dass auch beim Demokonto Realtime-Kurse verfügbar sind und ausnahmslos alle Funktionen vorhanden sind, damit es seinen Zweck erfüllen kann. Andernfalls müssen Trader mit dem Echtgeldkonto später nochmals Erfahrungen sammeln, die der Testzugang nicht zuließ.

Vielversprechende Bonus-Modelle, die gerade Neukunden umgarnen sollen, sollten aufgrund hoher Mindestumsätze für die Auszahlung in jedem Falle nicht zu einer zu hohen Risikofreude führen.

Geringe Mindesteinsätze und Ersteinlagen senken das Risiko

Bei mitunter nur 1 Euro Mindesteinsatz und einer benötigten Ersteinlage von 10 Euro liegt es nahe, dass sich immer häufiger Privatanleger mit dem Thema Binärhandel befassen.

Dass der Maximalverlust ohne eine Rückzahlungsquote, wie sie mancher Broker zu einem gewissen Teil des Einsatzes vorsieht, bei 100 Prozent liegt, darf dabei natürlich nicht außer Acht gelassen werden. Zumal die Verlustabsicherung – wie bereits angemerkt – im besten Falle maximal 20 Prozent erreicht.

Die Realität sieht zudem so aus, dass solche Extras zunehmend vom Markt verschwinden. Auch der optionale vorzeitige Verkauf von Optionen bei einem geringeren Verlust ist nur bei wenigen Anbietern noch möglich.

So gilt: 100 Trades mit einem Einsatz von nur 5 Euro sind und bleiben unterm Strich nun einmal 500 Euro. Und einen solchen Verlust kann und mag sich mancher Normalverdiener sicher eher nicht leisten.

Aus diesem Grunde empfehlen wir für Einsteiger vor allem Anbieter wie IQ Option oder Binary.com welche einen geringen Mindesteinsatz beim Handel mit einer niedrigen Mindestkapitalisierung des Kontos verbinden.

Die aus Sicht vieler Experten wichtigste Regel lautet deshalb auch: Händler sollten in jedem Falle nur Geld investieren, dessen Verlust zu verkraften ist!

Risikomanagement - Welche Einsätze kann ich mir erlauben?

Der Einstieg ist denkbar einfach: Binnen weniger Minuten lässt sich ein Handelskonto eröffnen und ins Trading mit binären Optionen starten. Vielfach braucht es dank der webbasierten Handelsplattformen nicht einmal eine zusätzliche Software oder App für den Einstieg.

Der vermeintlich selbsterklärende Einstieg birgt jedoch die Gefahr, dass sich angehende Trader zu wenig oder gar nicht mit einem angemessenen Money- und Risikomanagement auseinandersetzen. Der Begriff Money-Management steht vereinfacht dargestellt für die angemessene Abstimmung der Trades auf die zur Verfügung stehenden Mittel. Nach einigen Verlusten unüberlegt frisches Geld nachzulegen, ist für Kleinanleger – vorsichtig formuliert – wenig empfehlenswert!

Welcher Einsatz sollte maximal riskiert werden?

Gerade den Einsatz betreffend schwanken die Ratschläge professioneller Händler. Einige raten zu maximal 2 Prozent des verfügbaren Guthabens, andere empfehlen bis zu 5 Prozent des Kapitals für einzelne Positionen.

Einig sind sich Profis aber dahingehend, dass gerade zu Beginn lieber nur wenige Optionen gleichzeitig gehandelt werden sollten, um die Übersicht zu behalten. Mit steigender Disziplin und Erfahrung kann das Portfolio immer noch erweitert werden. Hat man hingegen den Überblick erstmal verloren, sind Korrekturen vielfach nicht mehr möglich.

Insbesondere sind Trader auf eine passende Binäre Optionen Strategie angewiesen, die maßgeblich auch für die Auswahl sinnvoller Laufzeiten ist. Die Trendfolgestrategie ist gerade für Neulinge gut geeignet, doch auch mittels Counter-Trend-Strategie oder über die Volatilitätsstrategie sind Gewinne erreichbar.

Grundsätzlich abzuraten ist von Optionsgeschäften mit sehr kurzen Verfallszeiten (meist 30, 60, 120 Sekunden). Hier können auch mit Mitteln der technischen Analyse kaum fundierte Entscheidungen getroffen werden. Wenn im Zusammenhang mit dem binären Handel von Glücksspiel gesprochen werden kann dann trifft dies auf die genannten Kurzfristoptionen am ehesten zu.

Hedging gehört nicht zum Risikomanagement

Vom sogenannten "Hedging" wird gesprochen wenn ein Finanzinstrument zur Absicherung drohender bzw. Minderung bereits realisierter Verluste aus einer anderen Investition eingesetzt wird.

Die Betonung liegt hierbei jedoch auf "anders" da sich parallele Call- und Put-Positionen beim Binary Trading in der Regel nicht rechnen. Dies wird am besten am Beispiel der klassischen Call- und Put-Optionen deutlich.

Unter technischen Gesichtspunkten mag es zunächst naheliegen, sowohl eine Call-Option auf steigende als auch eine Put-Option auf sinkende Kurse zu traden. So würden sich Gewinne und Verluste vermeintlich aufheben. Dieser "Trick", der letzten Endes keiner ist, hat jedoch folgenden Haken: Die Verluste bei identischen Basiswerten und Laufzeiten werden stets höher ausfallen als die realisierten Gewinne. Auf Dauer also wird Händlern so trotz dieser Art Risikomanagement Schritt für Schritt ein Verlust entstehen.

Positionen über Nacht oder das Wochenende besonders riskant

Einen Bogen sollten Händler, die sich die Frage "Welche Risiken bestehen beim Binäre Optionen Handel?" stellen, um den Übernacht-Handel (auch "Overnight-Trading") machen. Zumindest am Anfang ihrer Karriere.

Auch wenn der Rund-um-die-Uhr-Handel verlockend sein mag – Positionen über Nacht oder gar übers Wochenende zu halten, birgt ein erheblich höheres Risiko.

So können wichtige Marktnachrichten pünktlich zum Beginn des neuen Handelstags oder der Handelswoche schneller zu Einbrüchen oder Booms führen, als Trader ihre Positionen überprüfen können. Falls verfügbar können Stop-Loss-Marken an strategisch wichtigen Kursbereichen zwar als zusätzliches Risikomanagement dienen, diese Form der Absicherung wird jedoch von den wenigsten Binary Brokern angeboten.

Last but not least: Gut vorbereitet in den Handelstag

Das vermeintlich größte Risiko beim Binäre Optionen Handel haben wir uns bewusst für den Schluss aufgehoben: Fehlendes Wissen und schlecht informierte Händler zeichnen in nahezu allen Bereichen spekulativer Finanzinstrumente für den Löwenanteil der realisierten Verluste verantwortlich.

Am Anfang einer erfolgreichen Trader-Karriere sollte daher eine fundierte Ausbildung stehen. Wie umfangreich, langfristig und kostenintensiv diese ist muss freilich jeder Betroffene selbst entscheiden.

Des Weiteren muss jeder Trader dazu bereit sein, sich ständig über die Märkte und wichtige Nachrichten zu informieren. Auch sollte ein detailliertes Trading-Tagebuch mit Anmerkungen zum konkreten Grund für eine bestimmte Handelsentscheidung geführt werden. So lassen sich mögliche Ursachen für Gewinne und Verluste relativ gut zuordnen und eventuelle Fehler aufdecken.

Oft zu beobachten sind auch überstürzte Versuche, entstandene Verluste zeitnah wieder auszugleichen. Diese enden jedoch oft wieder mit zusätzlichen Verlusten und nicht mit dem erhofften ausgleichenden Gewinn. Disziplin sollte im eigenen Interesse also zu den wichtigsten Trader-Tugenden gehören!

Zusammenfassung: Binäre Optionen können trotz hohem Risiko seriös und sicher sein

Zusammenfassend betrachtet ist das Binäre Optionen Risiko beim aktiven Handel ein sehr individuelles Thema. Während Broker an sich in erster Linie den Rahmen für den Handel vorgeben müssen Kunden selbst abwägen, welche Risiken vor dem Hintergrund ihres Budgets und ihrer Ziele infrage kommen.

Alles in allem lässt sich das Binäre Optionen Risiko wie folgt auf den Punkt bringen: Je höher die angestrebten Gewinne, desto wahrscheinlicher werden Verluste.

Ganz ohne Risikobereitschaft können Händler letztlich keine Renditen erreichen. Der Handel Binärer Optionen ist etwas, das Anleger durchaus lernen können und keineswegs allein eine Frage des eigenen Glücks und des Zufalls. Die Kombination aus einem sinnvollen Risiko- und Money-Management auf der einen und einer passenden Binäre Optionen Strategie auf der anderen Seite führt am ehesten ans Ziel.

Dabei sollten Trader niemals sprichwörtlich alles auf eine Karte setzen, sondern die Einsätze auf verschiedene Trades verteilen. Mehr als 5 Prozent des verfügbaren Kapitals sollten keinesfalls in eine Order investiert werden, besser noch deutlich weniger.

Eine Reduzierung des Handelsrisikos durch Verlustabsicherungen ist potentiell möglich, sofern der ausgewählte Broker die dargestellten Order-Zusatzfeatures auf seiner Handelsplattform zulässt. Das allgemein existierende Marktrisiko hingegen ist nur bedingt kalkulierbar, weshalb jeder Trader immer darauf vorbereitet sein sollte, ab und zu aus der Gewinnzone zu laufen.

Wichtig – dies sollten sich insbesondere Einsteiger immer wieder vor Augen halten – sind erfolgreiche Trades die sich aufgrund bewusster (!) Entscheidung für den Einstieg langfristig wiederholen lassen. Kurzfristige Verluste hingegen gehören auch für Profi-Investoren zum täglichen Brot.

Stichpunkte zur Frage "Wie seriös und sicher sind Binäre Optionen?"

  • Binäroptionen sind ein (hoch-) spekulatives derivatives Produkt des Finanzmarktes
  • Händler können diverse Instrumente zur technischen Eingrenzung des Risikos nutzen
  • Hohe maximale Renditen bedingen eine hohe Risikobereitschaft
  • Kurzfristhandel bietet erfahrenen Händler sehr gute Gewinnchancen
  • Einsatz pro Trade anfangs nur 1 bis 2 Prozent des Kapitals
  • Konzentration auf wenige parallele Trades
  • Positionen nicht über Nacht oder das Wochenende halten