Um den Bereich der derivaten Finanzinstrumente ranken sich seit dem großen Aufschwung und dem Aufkommen immer neuer Anbieter am Markt verschiedenste Gerüchte. Das größte Problem aus Sicht manches Anlegers mit Interesse für den Handel Binärer Optionen besteht in der Frage, ob Binäroptionen legale Handelsinstrumente sind oder ob mit etwaigen Komplikationen im Zuge von Gewinnen in diesem Spektrum des Marktes zu rechnen ist.

Ähnliche Fragestellungen sind auch CFD-Tradern durchaus vertraut. Jedoch sind es gerade die "Binaries", bezüglich derer das Internet seit einigen Jahren voll von Betrugswarnungen und Kritik hinsichtlich der Arbeitsweise mancher Broker ist.

Handelt es sich bei binären Optionen um legale Handelsinstrumente?

Faktisch sind Sorgen bzgl. der Legalität von Digitaloptionen inzwischen unbegründet. Für eine umfassendere Auseinandersetzung mit der Thematik "Legal oder nicht?" bietet sich eingangs ein kurzer Blick auf die Historie von Binäroptionen an.

Genau genommen haben die beliebten digitalen Optionen aus Sicht privater Kleinanleger eigentlich noch keine wirkliche Geschichte. Besser gesagt: Die Frage, ob Binäroptionen im Bereich des Kurzfristhandels legale Handelsinstrumente sind, war noch bis vor wenigen Jahren durchaus berechtigt und sogar angemessen. Denn es handelt sich nun einmal um ein recht junges Produkt. Die im Jahr 1973 gegründete US-amerikanische Options Clearing Corporation (OCC) mit Sitz in Chicago nahm erst ab 2007 die Ermöglichung des Handels in diesem Segment in Angriff. Ein Jahr später kam es zur von vielen spekulationsfreudigen Anlegern mit Begeisterung aufgenommenen Zulassung des kurzfristigen Binäre Optionen Tradings.

2008 nahmen sich mit der Chicago Board Options Exchange (CBOE) eine der wichtigsten Börsen für den Optionshandel und mit der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) die zuständige Kommission der Planung an. In der Folge kam es zur Freigabe. Seit diesem Moment sind Binäre Optionen dementsprechend legale, offizielle Handelsinstrumente, die auch reguliert an der Börse getradet werden.

Spätestens dieser Schritt war die Initialzündung, die es brauchte, um Skeptiker zunehmend von den interessanten Eigenschaften der Binäroptionen zu überzeugen. Denn interessant sind sie gleich aus einer ganzen Reihe von Gründen. Sind Binäroptionen legale Handelsinstrumente? Die Antwort lautet vor diesem Hintergrund also unmissverständlich Ja.

Der Hinweis auf den Börsenhandel aber sollte nicht missverstanden werden, denn die Plattformen der Binäre Optionen Broker sehen in der Regel keinen direkten Zugang zu Börsen vor. Stattdessen gibt es etliche Broker, die selbst die Kursstellung erledigen. Dies sind oft die sogenannten Market Maker, die letztlich auch als Counterpart ihrer Trader auftreten und von den Verlusten der Händler profitieren. Der Handel binärer Optionen geht also weitgehend außerbörslich vonstatten. Hierzu kommen die erwähnten Handelsplattformen zum Einsatz.

Regulierungen sind ein Hinweis auf Seriosität der Anbieter

Die Tatsache, dass Binäre Optionen zwar legal sind, meist aber nicht an der Börse gehandelt werden, ruft in schöner Regelmäßigkeit die Kritiker auf den Plan, die die Frage nach Seriosität und Betrug stellen. In diesem Zusammenhang sei frühzeitig auf den Aspekt staatlicher Regulierung verwiesen. Seriöse Broker haben im ständig stärkeren Wettbewerb erkannt, dass solche Regulierungen durch staatliche Aufsichtsbehörden ein zentrales Element sind, auf das Leser in Testberichten achten. Die logische Konsequenz daraus: Bis dato nicht regulierte Broker bemühen sich darum, ebenfalls lizenziert und reguliert zu werden.

Bekannte Regulierungen, die für Fairness und Transparenz am internationalen Markt sorgen, sind:

  • die US-amerikanische SEC
  • die zypriotische CySEC
  • die deutsche BaFin
  • Großbritanniens FCA

Zypriotische Aufsicht taucht bei besonders vielen Brokern auf

Wer den Binäre Optionen Broker Vergleich eingehend studiert, erkennt sehr schnell, dass bei vielen Anbietern vor allem die CySEC genannt wird. Die Ursache ist darin zu sehen, dass aufgrund der geltenden Rechtslage und fraglos auch der steuerlichen Rahmenbedingungen gerade Zypern ein beliebter Standort für Binaries-Broker und die Unternehmen hinter den Angeboten ist. Die FCA und die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) gelten derzeit als zwei der strengsten Aufsichtsbehörden, doch auch Zypern Aufsicht, die "Cyprus Securities and Exchange Commission", hat die Zügel in den vergangenen Jahren verstärkt strammer gezogen.

Unterscheidung zwischen Lizenzierungen und Regulierungen

Nicht verwechseln sollten Händler die Aussagen zur Regulierung und zur Lizenzierung. So wirbt mancher Broker auf seiner Internetpräsenz mit den Logos vieler Aufsichtsbehörden. Auf den zweiten Blick wird aber möglicherweise klar, dass nur eine Regulierung erkennbar ist, während die anderen Aufsichten eben "nur" eine Lizenz für die Aktivitäten am jeweiligen Markt vergeben haben. Generell aber ist eine Regulierung immer ein erster guter Hinweis darauf, dass Broker die Bereitschaft mitbringen, sich turnusmäßigen Kontrollen zu unterziehen und Berichte zum eigenen Geschäftsmodell vorzulegen.

Wer zu Beginn keine eindeutigen Aussagen zum eigenen Geschäftsmodell zu treffen bereit ist, gerät schnell in den Verdacht, etwas zu verbergen zu haben. Zumindest für Seriosität ist durch die Regulierung bei der Abwägung, ob Binäroptionen legale Handelsinstrumente sind, allemal gesorgt. Zumal: Verstoßen Dienstleister geben die geltenden Bestimmungen der Aufsichten, kann es anfangs zur Verhängung von Bußgeldzahlungen, später gar zum Entzug der Lizenzen kommen. Eine Garantie auf dauerhaften Besitz der Lizenz sprechen die staatlichen Instanzen nämlich nicht aus. Und an anderer Stelle lauert bereits ein Mitbewerber, der nur allzu gerne eine Regulierung beantragen und erhalten würde!

Markt in Deutschland bei Binaries-Brokern besonders beliebt

Einen Unterschied machen unerfahrene Händler in der Analyse der Legalität des Binärhandels schon aus reiner Unwissenheit zwischen Brokern, die in Deutschland oder im Ausland ansässig sind. Vielfach wird gemutmaßt, dass deutsche Anbieter natürlich legale Handelsmodelle unterhalten, während mancher Trader den Diensten aus dem Ausland vielleicht mit einer gewissen Skepsis gegenüberstehen. Unbegründet. Zumindest wenn auch dort Regulierungen nachgewiesen werden können. Dies ist schon allein deshalb wichtig, weil die allermeisten Binaries-Broker tatsächlich nicht aus Deutschland stammen. Dies bedeutet natürlich nicht, dass Auslands-Anbieter nicht längst auch deutschsprachige Handelsplattformen und einen guten Support in deutscher Sprache zusichern können.

Gerade deutsche Anleger sind ein begehrtes Ziel für Broker, weshalb man für diese Zielgruppe so manchen Anreiz geschaffen hat – wie eben eine Betreuung und Trading in der Muttersprache. Ohnehin aber verstehen sich die Binäre Optionen Broker im Normalfall als internationale Dienstleister, die meist etliche verschiedene Sprachen für ihre Angebote und Handelsplattformen vorsehen.

Wichtig für die Bewertung, ob Binäroptionen legale Handelsinstrumente sind, ist die Erkenntnis, dass es sich beim Handel mit digitalen Optionen nicht allein um eine Art Glücksspiel handelt. Nicht zuletzt in Deutschland tat sich der Gesetzgeber eine ganze Zeit lang schwer bei der Definition der rechtlichen Lage. Geschuldet sind die hitzigen Debatten bis heute dem Charakter Binärer Optionen. Als hoch spekulatives Finanzprodukt ähneln sie nun einmal offensichtlich so manchem Glücksspiel, dem Spieler über Online-Casinos nicht selten in einer juristischen Grauzone frönen.

Anleger müssen ihre Gewinne ans Finanzamt melden

Ein extrem wichtiges Indiz war und ist die Besteuerung im Zusammenhang mit Binäroptionen. In Deutschland gilt mittlerweile: Erträge aus Binären Optionen (und vergleichbaren Produkten wie CFDs) sind über die Abgeltungssteuer steuerpflichtig!

Dass Broker durch die Finanzaufsichten reguliert werden können, ist indes ein ebenso deutlicher Hinweis auf die rechtliche Basis für den Binärhandel. Die besagte Steuer liegt in Deutschland bei 25 Prozent, wobei zusätzlich der Solidaritätszuschlag fällig wird. Auch müssen Trader unter Umständen Kirchensteuer zahlen. Unter die besagte Steuer fallen unter der Berücksichtigung der Freibeträge in Höhe von 801 Euro für Singles und 1.602 Euro für gemeinsam veranlagte Steuerzahler natürlich alle Arten von Kapitalerträgen, also auch Zinserträge aus anderen Geldanlagen wie Tagesgeld. Somit sind die Grenzwerte unter Umständen schneller erreicht, als Anleger sich dies vorstellen können. Realisierte Gewinne können auf der anderen Seite eventuell auch mit Verlusten gegengerechnet bzw. ins Folgejahr übertragen werden.

Wer keinerlei Erfahrungen in dieser Richtung hat, sollte sich diesbezüglich an einen Steuerexperten wenden, um Probleme mit dem Fiskus zu umgehen. Denn diese können beispielsweise Bußgelder zur Folge haben. Deutsche Broker (und andere Finanzdienstleister) sind rechtlich im Übrigen dazu veranlasst, die Steuermeldung automatisch für Kunden abzugeben, sofern keine Freistellung beantragt wird. Wer eine solche Freistellung beantragt, muss wie alle Kunden ausländischer Broker selbst die Meldung der Einkünfte aus dem Binärhandel ans zuständige Finanzamt übernehmen. Dies erfolgt ganz normal über die Einkommenssteuererklärung.

Risiken sind mit dem Handel Binärer Optionen immer verbunden

Dass Binäroptionen legale Handelsinstrumente sind, bedeutet leider nicht, dass der Handel über Anbieter aus dieser Branche generell keine Risiken birgt. So ist natürlich vor allem das hohe Verlustrisiko zu nennen, welches mit derivaten Finanzinstrumenten im Grunde immer verbunden ist. Selbst Profis müssen immer wieder Verluste hinnehmen, da gerade in sehr volatilen Märkten wie dem Devisenmarkt unerwartete Schwankungen der Kurse auftreten können, mit denen man trotz bester Vorbereitung der Transaktionen nicht rechnen konnte. Solche Phasen gilt es konsequent und mit mentaler Stärke zu überstehen, ohne den Kopf zu verlieren und durch zu hohes Risiko im Willen eines direkten Verlustausgleichs das genaue Gegenteil infolge voreiliger Entschlüsse zu erreichen.

Rechtslage in der Heimat der Broker kann Trader einschränken

Ein Aspekt, auf den zum Schluss bei der Frage, ob Binäroptionen legale Handelsinstrumente sind, einzugehen ist, bezieht sich abermals auf den Punkt der Broker-Standorte im Rahmen des Binäre Optionen Broker Vergleichs. Hier geht es darum, dass die Analyse für den Einzelfall zeigen kann, dass der Spielraum fürs Trading aufgrund gewisser nationaler, rechtlicher Besonderheiten oder Restriktionen möglicherweise weniger üppig ausfällt, als man es von heimischen Brokern aus der Vergangenheit kennt. Schlimmstenfalls kann es zumindest in der Theorie dazu kommen, dass sich deutsche Händler durch die Eröffnung eines Kontos bei bestimmten ausländischen Anbietern und den Handel über die dortigen Plattformen sogar strafbar macht. Solche Probleme sind allerdings dank der guten Regulierungen und Rechtslagen sehr unwahrscheinlich.

Da sich aber überall, wo hohe Umsätze winken, auch schwarze Schafe einfinden, sollten sich Kunden stets sehr präzise informieren, bei welchen Brokern sie zum Kreis der Kunden gehören möchten. In erster Linie gilt es immer dann aufmerksam zu sein, wenn die Webseiten der Dienstleister auf einen Sitz der Anbieterfirma in einem Land außerhalb der Europäischen Union hinweisen. Dort kann es nicht nur an einer staatlichen Regulierung, sondern auch an der nötigen Seriosität fehlen. Zumal es Probleme nicht nur in Bezug auf den eigentlichen Handel, sondern gerade auch beim Zahlungsverkehr und der Modalität für die Gewinnausschüttung geben kann.

Broker müssen ehrliche Aussagen zu Gebühren treffen

Transparenz muss gerade mit Blick auf die Zahlungsmethoden und die in vielen Fällen damit verbundenen Gebühren erkennbar sein. Kreditkarten, Bankkonten und digitale Zahlungsdienste wie Skrill oder Neteller gehören meist zum Standard. Dabei sollten Einzahlungen kostenlos sein, Gebühren für Abhebungen vom Handelskonto schwanken typischerweise zwischen 10,00 und 30,00 Euro. Zeichnen sich höhere Entgelte ab oder finden sich keinerlei Hinweise auf die Entgelte auf Webseiten und in den geltenden Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB), ist dies eher ein Zeichen dafür, dass die betreffenden Broker nicht die erste Wahl sein sollten.

Zusammenfassend sei nochmals gesagt: Binäroptionen sind legale Handelsinstrumente. Broker-Kunden in spe müssen dennoch immer wieder vor der Kontoeröffnung ganz genau auf die Details in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen achten, um die Kosten für den Handel gering zu halten. Regulierungen und Lizenzierungen geben Aufschluss, welche Anbieter seriös und transparent arbeiten und Kunden gegenüber eine offene Informationspolitik betreiben. Bei Anbietern im Ausland sollten Händler noch bewusster abgleichen, welche Konditionen bei welchen Leistungen gelten, um so auf Nummer Sicher zu gehen.

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