Anleger, die sich zur Zeit des Booms an der Börse am sogenannten "Neuen Markt" aufgrund der vermeintlich enormen Gewinnchancen (teils sprachen Berater damals Kunden gegenüber rund um die Jahrtausendwende gar regelrechte Rendite-Garantien aus) zu größeren Investitionen hinreißen ließen, wissen: Vorschnelle Entscheidungen und Anlagebeträge, die man sich vielleicht auf lange Sicht eigentlich gar nicht leisten kann, können zu ernsthaften Problemen im Alltag führen.

Bekannt ist auf der anderen Seite natürlich ebenfalls, das derivate Finanzprodukte wie binäre Differenzkontrakte oder binäre Optionen ohnehin schon extrem riskante Spekulationsobjekte sind, mit deren Funktionsweise sich Händler vor dem ersten Einsatz unbedingt in ausreichender Form befassen sollten. Die Beschäftigung mit den Risiken der hochspekulativen Produkte ist genau genommen schon der erste wichtige Schritt zum individuell sinnvollen Money- und Risiko-Management beim Binaries-Trading. Ohne dieses sind dauerhafte Erfolge nahezu ausgeschlossen.

Auch wenn Anfänger mitunter anderer Meinung sind: Selbst echte Profi-Trader hinterfragen ihr persönliches Money- und Risiko-Management beim Binaries-Trading immer wieder von Neuem. Der Grund besteht nicht zuletzt darin, dass sich die Ziele und – in erster Linie finanziellen – Möglichkeiten von Zeit zu Zeit ändern können.

Budget und Einsätze sind abhängig von Möglichkeiten der Trader

Der Begriff Money-Management (auf Deutsch auch "Kapital-Management") steht selbstredend für das Festlegen eines sinnvollen Budgets für den Binärhandel sowie die Verwaltung desselben. Risk- oder Risiko-Management wiederum bedeutet im Prinzip, dass Trader genau abwägen müssen, welches Chancen-Risiko-Verhältnis zu ihnen passt und welche Positionen sie im eigenen Interesse eingehen oder lieber auslassen sollten. Money- und Risiko-Management – viele Analysten bezeichnen diese beiden Aspekte gerne als zwei Seiten einer Medaille oder als untrennbar miteinander verbundene Rahmenbedingungen, ohne die sich Händler höchstens auf ihr Glück verlassen können.

Spekulativer Charakter der Optionen muss Händlern bekannt sein

Dass Binäre Optionen nicht nur sehr spekulative Finanzinstrumente sind, sondern zugleich vielfach von sehr kurzen Laufzeiten gekennzeichnet sind, verlangt von Händlern eine sehr akkurate Vorbereitung auf die Thematik. So beginnt das Risk-Management im Grunde schon damit, sich vor Augen zu führen, dass hier zwar mit sehr geringem Einsatz spekuliert werden kann, dabei aber – der Begriff "binär" verdeutlicht es bereits – stets ein nicht zu leugnendes hohes Verlustrisiko mitschwingt. Bei den Standards, den normalen Call- und Put-Optionen beträgt die Wahrscheinlichkeit zunächst einmal 50:50. Entweder meine Prognose stimmt, und die Option endet im Geld (also mit dem vorbestimmten Gewinn) oder sie endet aus dem Geld, wenn Händler mit ihren Vorhersagen falsch lagen.

Auch der Verlust steht vorab fest. Sofern keine Verlustabsicherung vorhanden ist, geht der Einsatz zu 100 Prozent verloren. Die erwähnte Verlustabsicherung, die bei einzelnen Binäre Optionen Brokern bei bis zu 20 Prozent liegen kann, ist an sich schon ein interessanter Aspekt des Money- und Risiko-Managements beim Binaries-Trading.

Hohe dreistellige Renditen nur bei entsprechendem Risiko erzielbar

Wer innerhalb weniger Minuten Gewinne in dreistelligen Prozentbereich realisieren möchte, muss ein entsprechend hohes Risiko eingehen – im sogenannten High-Yield-Modus versprechen etliche Broker Gewinne von 500 Prozent und mehr pro gehandelter Option. Die Verlustgefahren fallen zwangsläufig sehr hoch aus, was Händler stets im Blick behalten müssen. Hinzukommt, dass die Wahl der Basiswerte als Grundlage der Binär-Optionen Bestandteil des Money- und Risiko-Management beim Binaries-Trading sein sollte.

Insbesondere die Devisen- und Rohstoffmärkte sind besonders volatil, d.h. anfällig für Kursschwankungen. Diese Volatilität bedeutet auf der einen Seite, dass Trader durch den bewussten Einsatz von Assets (Basiswerten) aus diesen beiden Marktbereichen in vielen Phasen mit sehr kurzen Laufzeiten Renditen erreichen können. Als ein gutes Beispiel seien in diesem Fall Turbo-Optionen mit Laufzeiten bis max. 120 Sekunden (oft aber weitaus kürzeren Zeitspannen) genannt. Letztlich ist die Thematisierung der Laufzeiten und Handelswerte der zweite vor dem ersten Schritt bei der Definition eines sinnvollen Money- und Risiko-Managements beim Binaries-Trading. Deshalb widmen wir uns zunächst dem ersten unerlässlichen Planungsschritt.

Wie viel Kapital empfehlen Experten beim Money- und Risiko-Management für Einsteiger?

Zu viel auf einmal zu wollen, stellt für Anleger in allen Sparten des Finanzmarktes ein nicht zu unterschätzendes Risiko dar. Und zwar nicht nur deshalb, weil Händler, die mit ausgesuchten Binäre Optionen Brokern bzw. ihren Handelsplattformen nicht zufrieden sind, in aller Regel Auszahlungsgebühren zahlen müssen. Doch auch abseits möglicher Entgelte für Ein- oder Auszahlungen rät mancher Branchenkenner "blutigen" Anfängern, sich nicht durch eine unnötig dicke Kapitaldecke in Versuchung zu führen. Ein üppiger Kontostand kann dazu führen, in die ersten gehandelten Optionen vielleicht doch mehr zu investieren, als es eigentlich sinnvoll ist.

Insider definieren gerne klare Regeln. An dieser Stelle folgen entsprechend einige Empfehlungen, die unsere Experten als ideale Basis für den späteren Erfolg ansehen:

Zehn Regeln für sinnvolles Kapitalmanagement

  1. Unerfahrene Anleger sollten sich zunächst an der vom Broker festgelegten Ersteinlage für die Echtgeld-Kontoeröffnung und dem Mindesteinsatz pro Trade orientieren. Vielfach gibt es Handelskonten schon ab 100 oder 200 Euro, Call- und Put-Optionen können oft schon ab 5 bis 10 Euro getradet werden.
  2. Klassische Hoch-Tief-Optionen sollten zunächst vorranging kurz vor dem Verfallszeitpunkt gehandelt werden, um das Risiko kurzfristiger Schwankungen zu minimieren.
  3. Idealerweise sollten Trader (vom Anfänger bis zum Profi) nicht nur die Handelsplattformen ihrer Broker zur Analyse verwenden. Externe Informations-Quellen und Analyse-Tools erlauben eine bessere und objektivere Auswertung der Marktlage.
  4. Zu Beginn sollten Binaries-Trader lieber mit geringen Renditen bei überschaubaren Risiken Vorlieb nehmen.
  5. Eindeutige und kurze Trendausschläge und Gegentrends sind für Einsteiger am besten geeignet. Gute Ereignisse sind fundamentale Veröffentlichungen wie Konjunkturdaten, Bilanzen von Aktienunternehmen, Zinsentscheidungen der Zentralbanken, etc.
  6. Mehr als vier bis fünf Märkte bzw. Basiswerte sollten Anfänger am besten nicht parallel beobachten/handeln.
  7. Daytrading mit kurzen Laufzeiten binnen eines Handelstags kann in sehr schwankungsintensiven Phasen der Märkte die Lösung im Kampf gegen Verluste sein.
  8. In Seitwärtsbewegungen ist es mitunter besser, den Handel auszusetzen – abwarten bis zur nächsten Chance kann sich bezahlt machen.
  9. Pausen und Phasen ganz ohne Trading sollten regelmäßig eingeplant werden.
  10. Vom Versuch, Verluste auf Biegen und Brechen auszugleichen, ist dringend abzuraten.

Eine Reihe von Gewinnen sollte Einsatzerhöhung einläuten

Habe ich als Händler erste Erfolge auf dem Account verbuchen können, spricht nichts gegen eine Budgetaufstockung innerhalb eines individuell ratsamen Money- und Risiko-Management beim Binaries-Trading. Die Beschränkung auf einige wenige Instrumente ist deshalb dringend zu empfehlen, weil so nach und nach der Horizont ausgebaut werden und verhindert werden kann, dass Händler den Überblick verlieren, was fatale Folgen haben kann. Kommt es zu Verlusten, entstehen diese selbst bei gefühlt optimalem Money- und Risiko-Management. Denn 100-prozentige Gewissheit, dass Optionen wie erwartet ausgehen, gibt es nun einmal nie. Dass die für den Verlustausgleich gedachten Trades tatsächlich im Geld enden, dafür erhalten Händler leider keine Garantien.

Ungeachtet dessen, welche Binäre Optionen Strategien Händler bevorzugen und welche Chancen sich Trader ausrechnen: Fürs Money- und Risiko-Management beim Binaries-Trading sollte stets nur Kapital zugrunde gelegt werden, das nicht schon zeitnah als Teil des Ersparten für andere Zwecke benötigt wird.

Gerade Privathändler müssen sich diesen Satz immer wieder vor Augen führen, um nicht übers Ziel hinaus zu schießen. Doch auch fortgeschrittene Trader sollten ihre einmal gesteckten Wünsche nicht aus dem Blick verlieren. Auf einen Schlag von vorsichtigem auf sehr aggressives Trading umzusteigen, ist nie ideal.

Kapital und Einsatz müssen aufeinander abgestimmt sein

Teilweise schließen gerade Anfänger im Eifer des Gefechts etwas oder im schlimmsten Fall sogar deutlich über ihre Ziele hinaus. Ein Beispiel: Verfüge ich auf meinem Konto über ein Guthaben in Höhe von 1.000 bis 2.000 Euro ist es faktisch unsinnig, allemal aber sehr riskant, 50 Prozent oder mehr des Kapitals in einen einzelnen Trade zu investieren. Denn so ist das Ende der Karriere schneller erreicht, als es Unerfahrenen lieb ist. Experten sprechen hierbei gerne auch davon, dass Anleger ihr Geld "verbrennen". Eine zu hohe Risikobereitschaft wird – bei ausreichend Anfängerglück – vielleicht nicht beim ersten Versuch abgestraft. Lange aber wird es meist nicht dauern, bis der hohe Einsatz verheerende Konsequenzen hat.

Mindesteinsatz ausreichend für Wissens- und Erfahrungsaufbau

Viel diskutiert wird in diesem Zusammenhang die Frage, wie viel Geld überhaupt am Anfang aufzubringen ist. Die angesprochene Orientierung an den Ersteinzahlungssummen von Seiten der Broker ist eine gute Ausgangssituation, selbst für Händler mit weitaus höheren Reserven. Stattdessen ist es für ein langfristiges Money- und Risiko-Management beim Binaries-Trading wesentlich besser, der Disziplin ausreichend Bedeutung beizumessen und Schritt für Schritt die Einsätze und Guthaben anzuheben. Die Empfehlungen pro Trade von professioneller Seite schwanken zwischen nur einem und maximal fünf Prozent des Kontoguthabens. Wichtig ist es, immer nur so viel einzusetzen, wie es zu verschmerzen ist, ohne nach drohenden Verlusten die Lust am Trading zu verlieren, obwohl man sich beim Binäre Optionen Broker eigentlich wohl und gut aufgehoben fühlt.

Gerade fehlende Diversifikation (Streuung des Risikos) im Hinblick auf unterschiedliche Märkte und Basiswerte kann selbst in vermeintlich klaren Trendphasen dazu führen, dass Händler in einem Bereich direkt hohe Gesamt-Verluste hinnehmen müssen. Auch hier ist es sinnvoller, lieber nach und nach einzelne Optionen zu handeln als zeitgleich eine Reihe gleichgerichteter (!) Wagnisse einzugehen.

Dürfen Boni Einfluss auf die Risikobereitschaft haben?

Ganz fraglos sind Bonusangebote von Binäre Optionen Brokern immer ein interessanter Anreiz. Allerdings genau genommen nur dann, wenn die Anforderungen der Angebote eindeutig zum Money- und Risiko-Management beim Binaries-Trading passen. Und diese Voraussetzung ist gerade am Anfang leider nicht immer gegeben. Mindestumsätze für Gutschrift und Auszahlung von Zuschüssen der Anbieter in Höhe des 40- bis 50-fachen Einsatzes sind keine Seltenheit. Innerhalb von vier Wochen bis drei Monaten – so typische Zeitrahmen für eine Bonusauszahlung – sind diese Vorgaben für Einsteiger kaum erreichbar. In diesem Fall sollten die Handelskonditionen an sich eher den Ausschlag für die Auswahl des Dienstleisters geben.

Werden zu einem fortgeschrittenen Stadium abermals Boni ausgelobt, bleibt immer noch Zeit, diese mitzunehmen, wenn die Einsätze und Risikobereitschaft gestiegen sind. Zumal in diesem Fall oftmals auch weitere Einzahlungen Extra-Guthaben aufs Konto bringen, da etliche Broker Bestandskunden auf diesem Wege für ihre Treue belohnen.

Händler dürfen Risiken auch nach Gewinnen nicht unterschätzen

Am Ende sei im Zusammenhang mit einem sinnvollen Money- und Risiko-Management beim Binaries-Trading nochmals klar gesagt: Binäre Optionen bieten zwar die Möglichkeit zu schnellen und hohen Gewinnen, binnen weniger Tage aber werden Anleger selbst bei diesen und anderen derivaten Finanzinstrumenten eher nicht reich. Die Produkte sind und bleiben Finanzwetten, die nur im Erfolgsfall Rendite abwerfen, aber keine Geldanlage im eigentlichen Sinne darstellen. Gerade als Absicherung (Stichwort "Hedging") eignen sich Binäroptionen für viele Anleger, um Transaktionen in anderen Marktbereichen gegen übermäßige Verluste zu schützen.

Aktionäre beispielsweise, deren Wertpapiere im Depot an Wert verlieren, haben durch Put-Optionen auf sinkende Kurse dieser Basiswerte die Chance, Verluste abzufangen oder zwischenzeitliche Gewinne zu erreichen, bis die Kurse wieder steigen und auch die Aktien selbst gewinnbringend veräußert werden können. Gleiches gilt für das begehrte Edelmetall Gold, dessen Kurs trotz eines wiederholt auftretenden Höhenflugs hin und wieder sinkt. Um die Bestände nicht mit Verlusten verkaufen zu müssen, kann ein gesundes und angemessenes Money- und Risiko-Management beim Binaries-Trading die bestmögliche Lösung sein.

Wie sieht ein gutes Money- und Risiko-Management aus?

Mit einigen wichtigen Vorkehrungen können Händler durchaus ihre Ziele mit Langmut und gekonntem Vorgehen erreichen. Um dem Modell des Binärhandels den reinen Charakter des Glücksspiels zu nehmen sind diese Schritte eine gute Basis:

  1. Stetige Überprüfung ob die aktuellen Einsätze noch realistisch sind.
  2. Händler sollten eine Art "Tagebuch" mit allen bisherigen Trades führen.
  3. Verändert sich das Kapital positiv/negativ, müssen Risiken neu geplant werden.
  4. Gerade die Größe einzelner Positionen muss immer neu definiert werden.
  5. Hin und wieder ist es besser den Handel auszusetzen um mit neuem Elan den Handel wieder aufnehmen zu können.

An dieser Stelle sei nochmals betont dass Verluste für jeden Trader zum Leben gehören. Es ist lediglich die Frage, wie der Betroffene auf diese reagiert. Aussichtsreiches Money- und Risiko-Management beim Binaries-Trading beinhaltet hier, sich mit Verlusten abzufinden und nach neuen, besseren Lösungsansätzen zu suchen. Dabei muss die Strategie nicht generell falsch gewesen sein. Vielleicht war nur die Phase für die Anwendung der Binäre Optionen Strategie einfach ungeeignet...

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