Händler stellen sich den Start in den Handel binärer Optionen oft zu einfach vor: Man eröffnet bei einem x-beliebigen Broker ein Handelskonto, wählt Basiswerte und Laufzeiten aus und legt den gewünschten Einsatz fest. Anschließend muss man eigentlich nur noch abwarten, bis der vorab definierte Gewinn auf dem Konto landet.

Doch schon der Blick auf die verschiedenen Handelsarten öffnet Tradern in spe die Augen. Zum ersten tragen Orderarten für den Binärhandel je nach Anbieter unterschiedliche Namen. Des Weiteren fällt auch die Auswahl der Underlyings (Basiswerte) und der Handelsarten nicht immer gleich aus.

Vor allem aber in einem Punkt stoßen Leser in einem Binäre Optionen Broker Vergleich vielfach auf überraschende Resultate: Gemeint ist die Preisbildung beim Binärhandel.

Theorie und Praxis der Preisbildung beim Handel mit Binären Optionen

An sich gehen Anfänger davon aus, dass die Kurse und Gewinnquoten bei allen Brokern relativ ähnlich aussehen müssten. Doch weit gefehlt, wie eine genaue Kalkulation und im Grunde schon der Besuch zweier unterschiedlicher Dienstleister-Webseiten ans Licht bringt.

Die Ursache für diese Diskrepanz zwischen dem Erwarteten und dem Ist-Zustand ist darin zu sehen, dass Anleger gerne vom theoretischen Idealmodell eines sogenannten "vollkommenen Marktes" ausgehen. Ein solcher Markt böte Investoren die bestmögliche Transparenz, sodass jeder Marktteilnehmer zu jedem Zeitpunkt rational und unter nachvollziehbaren Bedingungen Handelsentscheidungen treffen könnte. Diese betriebs- und volkswirtschaftliche Theorie ist aber nun einmal im Alltag eines Binaries-Traders nicht anwendbar. So schön dies auch wäre. Was bei vielen Dienstleistungen und Produkten funktionieren mag, gestaltet sich beim Trading (und zwar nicht allein bei Binäroptionen!) denkbar schwierig.

Transparenz und ausführliche Informationen sollten selbstverständlich sein

Die Preisbildung beim Binärhandel ist zum Leidwesen vieler potentieller Neukunden nicht so transparent, wie man sich dies wünschen würde. Dies ungeachtet staatlicher Regulierungen durch Aufsichtsbehörden welche für mehr Klarheit die Art und Weise der Gestaltung der Preise betreffend sorgen konnten. Nichtsdestotrotz fällt es vielen Tradern schwer, die Geschäftsmodelle der Binäre Optionen Broker zu verstehen. Gerade bezüglich der Zeit, zu der Kurse neu gestellt werden, fehlt es Händlern am Anfang ihrer Karriere oft am nötigen Verständnis.

So oder so sollten sich Trader vor der Eröffnung eines neuen Handelskontos die Frage stellen, woher die Kurse stammen und wer für die Preisbildung eigentlich verantwortlich zeichnet. Denn erst das Verständnis für diese Themen sorgt für eine klare Vorstellung davon, welcher Gewinn winkt, wenn das Ende einer Optionslaufzeit erreicht ist. Von höheren Gebühren ist etwa dann auszugehen, wenn Trader einen Anbieter aussuchen, der die Kursstellung selbst übernimmt.

Wichtig ist: Die Preisbildung beim Binärhandel und Informationen zur Kursstellung sollten in Echtzeit erfolgen!

Was logisch und selbstverständlich klingt, ist in der Realität durchaus nicht immer gegeben. Gerade wenn Broker eigenständig die Kurse gestalten und parallel dazu (Stichwort "Market Marker") für die nötige Liquidität am Markt verantwortlich sind. Wenn der Anbieter selbst das Gegengeschäft eingeht, sollten Kunden aufmerksam sein. Dann nämlich kann es sein, dass Anbieter bei der Kursgestaltung im eigenen Interesse agieren!

Schwankende Kurse sind immer ein Risiko für Trader

Echtzeit- oder "Realtime"-Kurse sollten garantiert sein, damit Händler wirklich Positionen zu Kursen ausführen können, die den Tatsachen am jeweiligen Markt entsprechen. Sollten Verzögerungen im Zuge der Preisbildung beim Binärhandel auftreten, kann dies im Ernstfall weitere, überraschende Kosten für Trader bedeuten, die es im Sinne der abschließenden Rendite unbedingt zu vermeiden gilt.

Natürlich auch deshalb, weil sich eine drohende verzögerte Kursstellung auf den Ausgang von Positionen auswirken kann. Denn durch die besagte Verzögerung kann es vor allem in sehr volatilen Bereichen wie dem Devisenhandel dazu kommen, dass die Ausführungskurse nicht den Preisen entsprechen, zu denen Broker-Kunden die Orders in Auftrag gegeben haben.

Mit den Konsequenzen müssen sie in Form geringerer Gewinne und Renditen dennoch leben. Im schlimmsten aller Fälle endet die gehandelte Binäre Option sogar aus dem Geld, weil die Kurse mittlerweile wieder eine andere Richtung eingeschlagen haben. Der Begriff "ärgerlich" gibt nur unzureichend das Gefühl wieder, das Händler in solchen Momenten verspüren.

Ausbildung sollte auch Fakten zur Preisbildung beinhalten

Dass jede Binäroption generell mit einem gewissen Verlustrisiko verbunden ist, wissen Trader nur zu gut, wenn sie sich umfassend mit Chancen und Risiken des Themas auseinandergesetzt und ausreichend viel Zeit für die so wichtige Aus- und Weiterbildung investiert haben. Wie genau die Preisbildung beim Binärhandel vonstattengeht, ist hingegen ein Aspekt, den Kunden oft nur auf Nachfragen beim Support der Broker in Erfahrung bringen können. Denn mit exakten Angaben zur Kursstellung und Preisbildung hält sich mancher Broker eher zurück. Und das obwohl alle Beteiligten wissen, wie wichtig Informationen zur Arbeitsweise an dieser Stelle sind für potentielle Neukunden.

Zu unterscheiden ist letzten Endes zwischen zwei Modellen der Preisbildung:

  • eigenständige Festlegung der Preise durch den Broker
  • Übernahme der Kurse von Handelsplätzen

Woher erhalten Broker denn nun ihre Kurse und Preise?

Im eigenen Interesse sollten sich Händler mit Abkürzungen wie zum Beispiel "OTC" auskennen. Dahinter verbirgt sich die Arbeitsweise der Broker als "Over the counter"-Anbieter. Diese Titulierung ist ein wichtiges Indiz für Händler, die einen passenden Handelsplattform-Anbieter suchen. Generell beziehen Binäre Optionen Broker die Kurse der beim Binaries-Trading handelbaren Basiswerte direkt von ihren Handelspartnern. Die Broker haben damit also keinen Einfluss auf die Kurse und damit auch nicht auf die Preisbildung beim Binärhandel. Die Handelspartner im Übrigen sind dabei keineswegs zwingend Börsen. Auch andere Dienstleister der Finanzbranche spielen eine wichtige Rolle, da Binäroptionen weitgehend außerbörslich getradet werden.

Vielfach verwenden Broker auch die aktuellen Kurse renommierter Nachrichtenagenturen wie Reuters und Co. Daten zur Preisbildung stehen ständig aktualisiert auf den Plattformen zur Verfügung, wie beim Blick auf die Laufzeiten der Optionen deutlich wird. Anders als Optionen klassischer Art liegen diese meist im Bereich des Kurzfristhandels und des Daytradings. Oft dauert es nur eine Minute (oder kürzer), bis gehandelte Binäre Optionen ihren Verfallszeitpunkt erreichen. Entsprechend wichtig ist es somit, dass sich Trader auf die Angaben ihrer Broker jederzeit verlassen können.

Regulierung durch den Staat als Sicherheit für Händler

Die Erkenntnis, dass mancher Binaries-Broker in Eigenregie für die Preisbildung verantwortlich zeichnet, führt auf Seiten manches Händlers zur Skepsis hinsichtlich der Seriosität der Anbieter. Derlei Bedenken sind spätestens aber dann nicht angebracht, wenn Händler die Entscheidung für ein Handelskonto bei einem staatlich regulierten Broker treffen. Diese Anbieter müssen in regelmäßigen Abständen bei den zuständigen Aufsichtsbehörden Rechenschaft über ihre Geschäftsmodelle ablegen. Eine Preisbildung beim Binärhandel zulasten der Kunden würde mit hoher Wahrscheinlichkeit schon früh zum Entzug der Lizenzen und der Regulierung führen. Im Wettbewerb mit der Konkurrenz aber sind Regulierungen längst so wichtig geworden, dass Broker diese eher nicht aufs Spiel setzen würden.

Trader sollten im Zusammenhang mit der Wahl des geeigneten Brokers dennoch genau nachfragen, woher Kurse stammen und wie sie gebildet werden. Der Preisbezug über größere Handelssysteme von Partnern und Netzwerken ist dabei weitgehend zum Branchenstandard geworden. Die Netzwerk-Teilnahme der Broker und damit im Prinzip auch der Kunden hat den Vorteil, dass so im Normalfall jederzeit die besten Preise am Markt garantiert sind. Zumindest theoretisch, denn Broker möchten ihrerseits ebenfalls etwas verdienen, was zu Kursaufschlägen führen kann.

Broker schaffen Liquidität über Kursstellung

Der Terminus Kursstellung darf im Übrigen nicht gleichbedeutend mit der Preisbildung verstanden werden. Vielmehr bedeutet Kursstellung, dass Broker ihren Kunden zu jedem Zeitpunkt den Kauf und Verkauf der nutzbaren Basiswerte zusichern. Die Dienstleister sorgen in diesem Kontext für die erforderliche Liquidität. Die Bedeutung der Liquidität kommt dann zum Tragen wenn am Markt selbst keine ausreichenden Bedingungen für Angebot und Nachfrage vorahnden sind. Wichtig ist dies für Händler unter anderem deshalb, weil sie bei einigen Brokern am Markt nicht zwingend auf den eigentlich geplanten Verfall ihrer offenen Positionen warten müssen. Sie haben zum Teil die Chance, ihre Optionen vor dem Verfallszeitpunkt zu bearbeiten.

Hierfür haben sie üblicherweise mindestens zwei Möglichkeiten:

  • vorzeitiger Verkauf (oft als "Early Closure" bezeichnet)
  • Verlängerung der Optionslaufzeit (vielfach "Roll Over" genannt)

Beide Varianten zur Einflussnahme nach Beginn der Laufzeit sind nicht zuletzt auch der garantierten Liquidität geschuldet. Diese wiederum verdanken Anleger je nach Phase des Marktes gerade ihrem Binäre Optionen Broker. Andernfalls wäre die vorzeitige Schließung oder Verlängerung der Option im Prinzip kaum denkbar. Auch wenn es sich bei Binären Optionen letztlich um ein derivatives Finanzprodukt handelt muss ein Counterpart für Transaktionen dennoch vorhanden sein. Dass sich diese Garantie auch im Bereich der Gebühren bemerkbar machen kann, liegt auf der Hand.

Netzwerke bieten gute Aussichten auf günstige Preise

Darüber hinaus aber sind es auch und gerade die Liquiditätsgeber innerhalb der Handelsnetzwerke, die für die Preisbildung mitverantwortlich zeichnen. Dabei sind die verschiedenen Netzwerkteilnehmer selbst Anbieter, deren Preisbildungen und somit die Konditionen für den Binärhandel mehr oder weniger deutlich voneinander abweichen können. Die Broker sollten diesbezüglich also dafür Sorge tragen, dass sie ihren Kunden zu jedem Zeitpunkt den aktuell besten Preis für einen bestimmten Basiswert (bzw. die Binäroption auf dieses Asset) versprechen. Denn sonst steigen die Handelskosten durch die Börsengebühren, Courtagen und andere Entgelte zulasten der Rendite.

Wie oft werden die Kurse durch die Broker aktualisiert?

Nicht weniger wichtig im Kontext der Preisbildung ist der Aspekt der Aktualität. Broker müssen dafür sorgen, dass die Kurse konstant aktuell bleiben und ihre Kursübersichten ständig auf dem neuesten Stand sind. Geschieht dies nicht, kann es zwischen der Auftragserteilung für eine Order und ihrer endgültigen Ausführung am Markt zu Kursabweichungen kommen. Größere Sprünge in den Kursen haben im Ernstfall verheerende Auswirkungen. Diese können gerade beim Wochenendhandel und allgemein Binäroptionen mit längeren Laufzeiten auftreten.

Beziehen Broker ihre Kurse von den großen Agenturen, werden Kurse mittlerweile in der rasant arbeitenden digitalen Welt in Echtzeit aktualisiert. Dies macht die Preisbildung bei binären Optionen zu einer verlässlichen Grundlage beim aktiven Handel. Faktisch zielen die Provider der Daten natürlich darauf ab, dass Kurse akkurat festgelegt und ausgeliefert werden. Sie wissen um den Informationsbedarf auf Seiten der Trader und können nur mit verlässlichen Kursdaten konkurrenzfähig bleiben.

Unabhängige Kursquellen schaffen Objektivität fürs Trading

Weshalb Unabhängigkeit eine so wesentliche Rolle bei der Preisbildung beim Binärhandel spielt, zeigt ein kleines Praxisbeispiel. Gegenüber gestellt werden sollen im Vergleich die Kurse großer Börsen und anderer Kurslieferanten, die nicht selten über Werbung finanziert werden. Erkennbar werden hier im Fall der Fälle in der Regel aber nur kleinere Abweichungen. Größere Differenzen aber sind nicht ausgeschlossen, gerade bei außerbörslicher Feststellung der aktuellen Kurse. Abweichungen zwischen den im Datenfeed angegebenen und den tatsächlich abgerechneten Kursen werden im Fachjargon als "Slippage" bezeichnet. Diese fällt dank schnellerer Systeme zwar zunehmend geringer aus – gänzlich ausgeschlossen sind derlei Abweichungen aber dennoch nicht.

Gesetzgeber reduzieren das Manipulationsrisiko deutlich

Dass Broker selbst nicht Preisbildung und Kursstellung übernehmen dürfen, liegt juristisch vor allem daran, dass die Gesetzgeber auf diese Weise Manipulationsversuche der Anbieter im Vorhinein ausschließen möchten. Oft sichern Brokern ihren Kunden zu, dass Orders innerhalb weniger Millisekunden ausgeführt werden. In diesem Zusammenhang stellt sich am Ende nur noch die Frage, wie schnell die verwendeten Handelssysteme arbeiten. Die manuelle Order-Ausführung birgt in hochvolatilen Phasen ein gewisses Risiko. Automatische Systeme ermöglichen Tradern bei vorheriger Festlegung geeigneter Handelsindikatoren gute Aussicht zur schnellen Gewinnmitnahme.

Immer wieder wird im Umfeld der Preisbildung die Frage gestellt, welche Rolle nun genau die Transparenz spielt. Hierzu sei gesagt: Eine Garantie für die derzeit besten Konditionen und Preise sind transparente Informationen zur Bildung der Optionspreise sowie der Gewinnquoten fraglos nicht. Zumindest aber stellen seriöse Broker sicher, dass ihre Kunden (in spe) jederzeit genau wissen, welche Bestimmungen im Einzelnen in den verschiedenen Bereichen gelten. So wissen Anfänger, Fortgeschrittene und Profis genau, unter welchen Bedingungen sie handeln. Gerade im Binäre Optionen Broker Vergleich spielt die Informationspolitik stets eine entscheidende Rolle.

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