Finanzderivate sind in aller Munde – immer häufiger erkennen Anleger, dass es nicht immer große Investitionen mit mühsam angesparten vierstelligen Summen sein müssen, wenn das Ziel "hohe Rendite" erreicht werden soll.

Vielmehr ist es explizit so, dass gerade Binäre Optionen sehr gute Gewinne in Aussicht stellen können. Recht ähnliche Aussagen wie die Angebote der Binäre Optionen Broker zeichnen den Handel mit sog. Differenzkontrakten aus.

Binäre Optionen und CFDs - Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Vergleich

Potentielle Kunden sollten sich bei einem Vergleich vor allem folgende Fragen stellen: Sind digitale Optionen und CFDs, wie Differenzkontrakte abgekürzt werden, ähnlich "gestrickt" und zeichnen sie sich durch vergleichbare Chancen aus? Welche Risiken bestehen auf der einen und der anderen Seite?

Um genau diese Fragestellungen wird es im Folgenden gehen, damit Leser am Ende sowohl eine Vorstellung von den Vorteilen, aber auch ein Bild von den Argumenten gegen Differenzkontrakte erhalten.

Direktinvestitionen sind bei beiden Ansätzen nicht erforderlich

Sowohl bei Binäroptionen als auch beim Handel über einen CFD-Broker – dies ist die wohl wichtigste und zugleich auffälligste Parallele zwischen den beiden Investitionsmodellen – investieren Händler ihr Geld nicht direkt in ein Finanzinstrument. Stattdessen geht es darum, die Kursentwicklungen bestimmter Basiswerte über einen näher zu definierenden Zeitraum korrekt vorherzusagen.

Besagte Basiswerte stammen in beiden Bereichen im Regelfall aus einer dieser Kategorien:

  • Index-Werte (vom Heimatmarkt oder von ausländischen Handelsplätzen)
  • Aktien
  • Devisenpaare
  • Rohstoffe

In einigen Fällen sind darüber hinaus noch einige Basiswerte (auch Assets oder Underlyings) vorhanden, die sich den Sparten Anleihen oder Fonds zuordnen lassen. CFD-Broker erlauben in einigen Fällen das Wetten auf die Kurse einer vierstelligen Auswahl an Basiswerten, was die Entscheidung für oder gegen einzelne Instrumente gerade für Anfänger nicht unbedingt leichter macht.

Die Liste der handelbaren Vermögenswerte, die Binäre Optionen Broker im Vergleich zur Verfügung stellen, sehen in aller Regel eine dreistellige Zahl an Assets vor. Dabei stammt der Löwenanteil aus den Sparten Indizes und Aktien.

CFD-Händler arbeiten oft mit längeren Haltezeiten als Binaries-Trader

Ein weiterer eindeutiger Unterschied zwischen Binären Optionen und CFD-Anbietern wird beim Thema der Laufzeiten offenkundig. Binaries-Trader entscheiden sich im Rahmen der Asset-Auswahl, der Festlegung auf eine Handelsart sowie den gewünschten Einsatz für eine bestimmte Laufzeit. In diesem Zusammenhang lohnt sich der genaue Vergleich der Handelsplattformen möglichst vieler Binäre Optionen Broker, da die Zeiträume variieren können. Zunehmend entdecken Händler den Bereich Daytrading für sich, hier erfolgen Positionseröffnung und -schließung taggleich. 60-Sekunden-Optionen gibt es bei immer mehr Anbietern der Branche, teils werden sogar Laufzeiten von nur 30 oder auch 15 Sekunden angeboten. Darüber sind Laufzeiten im Bereich von Minuten, Stunden, Tagen, Wochen und teilweise sogar einigen Monaten wählbar. Welche Zeitspannen letztlich sinnvoll sind, hängt von den Zielen der Trader ab.

Händler von Differenzkontrakten sind hingegen nicht an solche fixen Vorgaben gebunden bei der Planung ihrer Positionen. Sie entscheiden sich im ersten Schritt zunächst nur für den passenden Zeitpunkt für das Eröffnen einer Position. Erst wenn sie während der Haltezeit den richtigen Moment fürs Schließen einer Kauf- oder Verkaufsposition erkennen, können sie direkt aktiv werden. Laufzeiten von einigen Monaten (oder darüber hinaus) sind keineswegs unüblich beim Handel von Differenzkontrakten.

Binäre Optionen sind kein Handelsmodell mit Hebelwirkung

Ein weiterer elementarer Unterschied zwischen Binären Optionen und CFDs ist bei der Festlegung der Einsätze zu erkennen. Wer mit digitalen Optionen sein Glück versucht, weiß zu Beginn der Laufzeit bereits, welcher Gewinn erreicht wird, zugleich steht aber auch der Verlust fest, sofern Trades aus dem Geld enden.

In der Theorie kann dies auch bei Differenzkontrakten der Fall sein, wenn Händler einzig und allein mit Geld spekulieren, das sie selbst als Budgets auf ihr Händlerkonto eingezahlt haben. In der Regel jedoch spielt beim CFD-Handel der Einsatz von Leverage (Handel mit Hebelwirkung) eine wichtige Rolle. Während Kunden eines Binaries-Broker nur mit ihren eigenen Geldern agieren können, erlauben CFD-Broker das Handeln mit Fremdkapital. Der Hebel beim Trading kann je nach Dienstleister bis zu 1:500 betragen, sodass mit einem Euro Eigenkapital bis zu 500 Euro geliehenes Geld investiert werden kann.

Thema Nachschusspflicht kann für CFD-Händler existentiell werden

Im Verlustfall kann es beim CFD-Handel dazu kommen, dass Händler an eine Nachschusspflicht gebunden sind. Dies würde schlimmstenfalls bedeuten, dass Trader mit zusätzlichem Kapital für die Verluste aus dem kreditbasierten Handel haften müssen – weit über das Kontoguthaben hinaus. Beim Binärhandel sind Trader finanziell vielleicht weniger flexibel; dafür wissen sie aber jederzeit, welcher Verlust ihnen droht.

Es sei an dieser Stelle jedoch betont, dass es inzwischen recht viele CFD-Broker gibt, die einen Ausschluss der Nachschusspflicht zusichern, sodass maximal das komplette Guthaben auf dem Account verloren gehen kann nach falschen Entscheidungen.

Die Finanzierung von Leerverkäufen über mehrere Tage (oder längere Zeiträume) übrigens wird zu einem marktüblichen Zins kalkuliert. Die Kosten für die Geldleihe haben zwangsläufig Auswirkungen auf die endgültigen Gewinne oder Verluste, die durch CFD Positionen entstehen.

Differenzkontrakt-Broker nennen keine garantierten Gewinne für den Erfolgsfall

Ein Unterschied zwischen Binäroptionen und CFD Positionen ist auf der anderen Seite auch darin zu sehen, dass Differenzkontrakte Gewinne in Aussicht stellen, wenn sich Kurse verändern – je nach Prognose der Händler durch einen Kursanstieg oder einen Rückgang des Kurses des ausgesuchten Basiswertes.

Welcher Gewinn tatsächlich entstehen wird, wissen CFD-Händler im eindeutigen Gegensatz zu Investoren im Binärhandel generell nicht in dem Moment, in dem sie eine Position in Angriff nehmen. Zumal jederzeit das Risiko besteht, dass ein nicht rechtzeitiges Schließen der Position aus einem vermeintlich sicheren Gewinn doch noch ein Minus auf dem Handelskonto werden lässt.

Offensichtlich ist jedoch, dass weder Binäre Optionen noch CFDs bieten eine 100-prozentige Gewinnsicherheit bieten. Planung ist also hier wie dort die wichtigste Grundlage, um möglichst rentabel spekulieren zu können. CFD-Händler können in vielen Fällen über die auf den Plattformen ihrer Broker vorinstallierten Handelsindikatoren (je nach Qualität des Dienstleisters und der Handelsumgebung mehr oder weniger viele) die Rahmenbedingungen für den automatisierten Handel schaffen.

Vordergründig besteht darin ein Unterschied zum Binäre Optionen Trading. Aber eben nur auf den ersten Blick. Denn durch den Einsatz von Extras wie der Take Profit-Funktion, der Einrichtung von Stop Loss-Kursmarken und allerlei weiteren Orderzusätzen können auch Binaries-Trader Einfluss auf ihre Positionen nehmen während der Laufzeit und im Grunde automatisch Orderausführungen unter gewissen Parametern möglich machen.

Binärhandel und CFD Trading mitunter mit Extrafunktionen

Dass CFD Positionen im Prinzip ohne jedes zeitliche Limit gehalten werden können, ist der wohl offensichtlichste Unterschied zwischen Binäroptionen und Differenzkontrakten. Eröffnete Orders können ohne Weiteres über Monate oder länger Bestand haben, wenn Händler erst einmal auf den richtigen Moment warten müssen, weil der Markt aktuell einen Wandel durchläuft oder die erreichbaren Gewinne einfach nicht den Wünschen entsprechen.

Dabei existieren einmal mehr auch für Optionshändler Möglichkeiten, ihre einmal definierten Laufzeiten zu beeinflussen. Stichworte sind dabei "Early Closure" oder "Roll Over", sodass Optionen vorzeitig beendet oder Laufzeiten über das geplante Verfallsdatum hinaus verlängert werden können. Die Differenzen zwischen den beiden Modellen des Handels mit derivaten Finanzinstrumenten können abhängig vom Handelssystem also geringer ausfallen, als es mancher Händler erwartet.

Mindestanforderungen für den Handelsstart vergleichbar

Hinsichtlich der Bedingungen, die Broker an die Eröffnung eines Handelskontos stellen, fallen die Unterschiede zwischen günstigen Binäre Optionen-Brokern und CFD-Anbietern ebenfalls teilweise übersichtlicher als vermutet aus

Sowohl CFD- als auch Binaries-Konten können oft schon mit wenigen hundert Euro eröffnet werden. Nicht selten auch kombiniert mit einem Demokonto für den risikofreien Test aller Funktionen und das Kennenlernen des Handels mit Binäroptionen oder Differenzkontrakten. Diese Aussage kann bedingt zugleich auf die erforderlichen Mindesteinsätze bezogen werden, welche Broker für das Ausführen einer Order/eines Trades verlangen. Zum Teil können schon zweistellige Summen als Einsatz genügen, um in das aktive Trading zu starten.

High-Yield Handel beim Binärhandel kann Gewinne massiv steigern

Dass der Handel mit derivativen Finanzinstrumenten höhere Anforderungen an die Risikobereitschaft stellt, liegt nahe. Gerade CFD Trading verlangt von Händlern aufgrund der unklaren Gewinnaussichten ein umfangreiches Verständnis für die Märkte, an denen spekuliert wird. Wenngleich auch der Binärhandel ohne Vorbereitung lediglich einen Glücksspielcharakter haben wird.

Die Aussicht, dass CFD-Trader weit mehr als 100 Prozent mit einzelnen Orders verdienen können, ist hingegen kein wirkliches Alleinstellungsmerkmal. Denn Binäre Optionen Broker nennen ebenfalls Renditen von bis zu 500 Prozent oder mehr. Hierfür müssen Händler jedoch den Schritt in den Bereich des High-Yield Handels (meist beim Trading übers Wochenende mit drohenden Kurslücken zwischen dem Handelsende in der Vorwoche und dem Öffnen der Märkte zum kommenden Wochenbeginn) wagen, der mit einem erheblich höheren Verlustrisiko verbunden ist.

Binaries- und CFD-Investoren müssen Steuern zahlen

Grundsätzlich trifft dieser Hinweis gleichermaßen auf den Binärhandel, das CFD Trading und nicht weniger den an anderer Stelle thematisierten Handel am weltweit und besonders volatilen Devisenmarkt (Forex) zu. Binäre Optionen Trader haben jedoch meist die Chance, durch verschiedene Handelsarten besonders gezielt zu entscheiden, welche Risiken sie einzugehen bereit sind und welcher Gewinn unterm Strich nach Abzug aller Entgelte herauskommen sollte.

Bezüglich der Steuern, die über die Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent (plus Solidaritätszuschlag und evtl. Kirchensteuer) des Ertrags in Deutschland fällig werden, sind keine Unterschiede zwischen Binäroptionen und Differenzkontrakten vorhanden.

Die Steuer muss jeder Händler zahlen – bei deutschen Brokern erfolgt die Steuermeldung an den Fiskus automatisch aufgrund der geltenden Rechtslage. Kunden ausländischer Dienstleister müssen ihre Umsätze in der Einkommenssteuererklärung eigenständig angeben.

Wechseln vom Binärhandel zum CFD Trading und andersherum?

Was wiederum die Handelskosten angeht, gibt es durchaus Unterschiede. So werden abgesehen von Abbuchungsgebühren beim Binäre Optionen Handel meist alle Gebühren über die Gewinnquoten mit abgerechnet. Beim CFD Trading hingegen können die bevorzugten Handelsplätze und Märkte wie auch die ausgesuchten Basiswerte in deutlicherer Weise Einfluss darauf haben, welche Rendite nach Abzug von Steuern, Börsenentgelten, Maklercourtagen und anderen Kosten übrigbleiben. Auch diesen Aspekt müssen zukünftige Händler also früh bei ihren Entscheidungen als Grundlage ansetzen, um die bestmöglichen Ergebnisse zu realisieren.

So mancher gänzlich unerfahrene Anleger wird spätestens an dieser Stelle des Vergleichs zu dem Ergebnis kommen, dass die eindeutig definierten Rahmenbedingungen von Seiten der Binäre Optionen Broker aus dem Test vielleicht doch zumindest erst einmal die bessere Wahl sind. Später spricht freilich nichts dagegen, zwischen beiden Systemen zu wechseln, um auf beiden Gebieten Chancen ausfindig zu machen und zu nutzen.

Beide Modelle eignen sich für die Absicherung physischer Investments

Last but not least sei noch kurz festgehalten dass das Absichern von Positionen am Rohstoff-, Index- oder Aktienmarkt (Hedgen oder Hedging) und das Spekulieren auf Basis der sogenannten Absicherungsstrategie hier wie dort möglich ist.

Doch oft sind es vor allem die potentiellen sehr kurzen Laufzeiten auf dem Sektor des Binaries-Tradings, die Anlegern ausgezeichnete Möglichkeiten bieten, um kurzfristig gegenzusteuern, wenn beispielsweise die Kurse der Aktien im Portfolio in den Keller gehen. Durch das gezielte Eröffnen von Put-Optionen (als Verkaufs-Positionen) können Verluste abgefangen oder mit Glück und Know-how vielleicht sogar in einen Gewinn umgedreht werden.

Hedging ist generell auch über CFDs möglich. Binäroptionen aber sind bei Anlegern aufgrund der absehbaren Risiken und Verlustgefahren sowie der besonders einfachen Handhabung in Verbindung mit den vielerorts sehr kurzen Mindest-Laufzeiten besonders gefragt, um eine Absicherung ihrer Depotinhalte zu erreichen.

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